Eurowings-Flug-Chaos in Düsseldorf: Auf dem Rücken der Passagiere


26 Mai 2022 [08:37h]     Bookmark and Share


Eurowings-Flug-Chaos in Düsseldorf: Auf dem Rücken der Passagiere

29.01.2018 DUS Flughafen Eurowings Lufthansa



Hunderte Eurowings-Passagiere in Düsseldorf mussten am vergangenen Donnerstag auf ihren geplanten Flug in den Urlaub verzichten. Die Lufthansa-Airline hatte in Düsseldorf das Abfertigungsunternehmen gewechselt. Die entsprechenden Schulungen hatte das Personal des neuen Sub-Unternehmens jedoch noch nicht erhalten.

Düsseldorf – Für Hunderte von Passagieren für mehrere Flüge waren am vergangenen Donnerstag lediglich maximal drei Schalter geöffnet. Es bildeten sich lange Schlangen im Terminal. Viele Kunden konnten nicht rechtzeitig abgefertigt werden und ihr Gepäck nicht abgeben. Obwohl versucht wurde Flüge etwas länger am Boden zu halten und damit auch für nicht betroffene Passagiere Verspätungen in Kauf zu nehmen, gelang es nicht alle Passagiere rechtzeitig an Bord zu bringen. So verließ unter anderen ein Flug nach Lamezia Terme Düsseldorf mit deutlicher Verspätung und mit nur einem Bruchteil der ursprünglich gebuchten Kunden.
Sparen für den Profit ist bei Eurowings eines der obersten Gebote. So wird das Personal im Durchschnitt deutlich schlechter bezahlt als bei der Muttergesellschaft Lufthansa, die zuvor viele der Eurowings-Strecken selbst beflogen und diese nun an das billigere  Tochterunternehmen abgegeben hat.
Die Bodenabfertigung der Gäste wurde an vielen Orten an Fremdunternehmen vergeben. Auch dabei herrscht ein heftiger Wettbewerb bei dem die Abfertigungsfirmen immer wieder neue Angebote abgeben. Wer dann günstiger ist, hat gute Chancen den Zuschlag für die Übernahme der Abfertigungsprozesse zu erhalten. So kommt es zu häufigem Wechsel und immer wieder neuen Schulungsmaßnahmen bei den Subunternehmen. Natürlich wird das Personal dort oft noch schlechter bezahlt.
Eigenes Personal würde für Eurowings bedeuten, dass andere  Gehälter gezahlt werden müssten und eigene Verantwortung für die Mitarbeitenden übernommen wird. Es liegt auf der Hand, dass billigeres und oft nur vorübergehend angestelltes Fremdpersonal weniger motiviert ist und sich mit der Fluggesellschaft, die es gerade bedient, nicht besonders identifiziert. Für den Kunden – besonders den Urlaubs- und Gelegentlichflieger – hat sich das Fliegen im Laufe der Zeit als weniger erlebnisreich aber stattdessen stressiger entwickelt. Oft zeigt sich, dass eine Airline gar kein Interesse daran hat den Kunden zufrieden zu machen oder gut zu betreuen. Nicht nur wie beschrieben in Düsseldorf müssen Kunden mehr Zeit und Stress in Kauf nehmen weil irgendein durch Fehlplanung verursachtes Problem am Flughafen auftritt.
Ein Wechsel von einem Abfertigungsunternehmen zu einem Neuen bei dem die Airline die Subunternehmer gegeneinander ausspielen und so ein paar Euro sparen kann, kann Probleme verursachen. Das liegt auf der Hand. Der Zeitgeist verlangt, dass die Geldgeber, also die zahlenden Passagiere das hinnehmen sollen. Abgefedert wird das Gewinnstreben der Airlines mit netten Worten der Entschuldigung, im Zweifel nennt man den Personalmangel krankheitsbedingt. Der Kunde ist in Urlaubsstimmung und hat morgen am Strand sowieso alles vergessen.
Auch am vergangenen Wochenende kam es am Flughafen Düsseldorf wie auch im benachbarten Köln/Bonn zu langen Schlangen und Wartezeiten, wodurch Passagiere ihren Flug verpassten. Neben den hausgemachten Problemen bei Eurowings, wie auch bei anderen Airlines sind es zusätzlich auch die Sicherheitskontrollen, die Probleme verursachen. Auch hier fehlt an vielen Flughäfen Personal und die Organisation und Planung ist unzureichend durchdacht. Die sozialen Medien sind voll von Kommentaren und Beschwerden der Flugpassagiere.
Für die anstehende Ferienzeit im Sommer bleibt also abzuwarten, ob Airports und Airlines es schaffen sich sinnvoll zu organisieren. Geprahlt wird hingegen bei Lufthansa bereits jetzt damit, dass im Sommer alle Flüge ausverkauft sein werden. Und das, obwohl die Flugpreise auf vielen Strecken im Verhältnis zu Vor-Corona-Zeiten deutlich teurer geworden sind.
Für Fluggäste gibt es nur das Prinzip Hoffnung: hoffentlich schaffen es die Airline-Manager, die Airline zu managen und die Probleme in den Griff bekommen damit zukünftig alle Flüge wie geplant durchgeführt werden können und die Anreise in den Urlaub wieder mal zum Urlaubserlebnis gehört.






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