Lufthansa-Tochter bringt Deutschlandticket für ÖPNV an den Start


01 Dez 2022 [01:05h]     Bookmark and Share


Lufthansa-Tochter bringt Deutschlandticket für ÖPNV an den Start

Lufthansa-Tochter bringt Deutschlandticket für ÖPNV an den Start



Schnellstmöglich soll das Deutschlandticket Fahrgäste im ÖPNV finanziell entlasten, so will es die Politik. Lufthansa Industry Solutions hat daher eine technische Lösung entwickelt. Damit können Abonnenten das 49-Euro-Ticket pünktlich ab dem 1. Januar 2023 anbieten.

Frankfurt – Seit Bund und Länder Anfang November die Einführung des Deutschlandtickets im ÖPNV beschlossen haben, arbeiten Verkehrsunternehmen mit Hochdruck an der Umsetzung. Mit einem Preis von 49 Euro pro Monat ist das Ticket in vielen Bereichen günstiger als andere Monatskarten im Nah- und Regionalverkehr. Doch nicht nur die Finanzierbarkeit des Tickets und bestehende Tarifstrukturen müssen geprüft werden, sondern auch die technische Machbarkeit. „Viele Details im Zusammenhang mit der bundesweiten Lesbarkeit des Tickets sind schwieriger umzusetzen als bei der herkömmlichen Einführung einer neuen Tarifvariante“, sagt André Jacobs, vom Lufthansa-Tochterunternehmen.

Die Konzern-Tochter, kurz LHIND, betreut die Software der Vertriebshintergrundsysteme von 35 ÖPNV-Anbietern in Deutschland. Zu den Kunden zählen unter anderem die S-Bahn-Berlin, die Kölner Verkehrsbetriebe, die Stuttgarter Straßenbahn AG sowie die Münchner Verkehrsgesellschaft. „Für unsere Bestandskunden ist es technisch kein Problem, das Deutschlandticket zum Jahreswechsel anzubieten, mit den jeweiligen Anforderungen des Gesetzgebers und des Branchenverbands des öffentlichen Verkehrs VDV“, betont Jacobs. „Das notwendige Software-Upgrade steht ab sofort zur Verfügung, so dass der Umstellungs- und Einführungsprozess beginnen kann.“ Aber auch Neukunden könnten zeitnah von der Software-Lösung profitieren und damit gut gerüstet in den Verkauf des neuen Deutschlandtickets starten. „Voraussetzung dafür ist eine zertifizierte Schnittstelle zur VDV-Kernapplikation in Verbindung mit unserem Vertriebshintergrundsystem Patris“, ergänzt Jacobs.

Eine digitale Plattform für Mobilitätsdienstleistungen

Mit der digitalen Plattform Patris bietet LHIND den Verkehrsbetrieben eine Lösung an, die Funktionen wie Tarifierung, Verkauf, Abrechnung, Abonnementverwaltung, Kundenkommunikation und Buchhaltung bündelt. Derzeit werden etwa 120 Millionen Tickets pro Monat über die von LHIND betreuten Systeme verkauft.

Neben der übergreifenden Standardisierung nach dem Schnittstellenstandard in der Kernapplikation des Branchenverbands VDV ist die bundesweite Lesbarkeit des Deutschlandtickets die größte Herausforderung. So soll beispielsweise ein 49-Euro-Ticket, das in Berlin gekauft wird, überall im deutschen Nah- und Regionalverkehr gelten – also etwa auch bei den Verkehrsbetrieben in Köln oder München. Laut Lufthansa kann das Deutschlandticket sowohl auf dem Smartphone als auch auf Papier oder als Chipkarte genutzt werden. Bereits zum Jahresanfang kann das neue Ticket im Abonnement angeboten werden.

 







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