Statt einer Milliarde Tonnen CO-2: Methanol als Weg zur nachhaltigen Schifffahrt


21 Okt 2021 [23:25h]     Bookmark and Share


Statt einer Milliarde Tonnen CO-2: Methanol als Weg zur nachhaltigen Schifffahrt

Statt einer Milliarde Tonnen CO-2: Methanol als Weg zur nachhaltigen Schifffahrt



Die weltweite Schifffahrtsindustrie ist laut einer Pressemeldung der schwedischen Stena-Reederei und dem Kraftstoffhersteller Proman für etwa 2,9 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das entspricht fast 1 Milliarde Tonnen CO2 pro Jahr.

Unkontrolliert könnten die Emissionen bis 2050 um bis zu 130 Prozent gegenüber dem Stand von 2008 ansteigen. Der Übergang sei kohlenstoffarmen Kraftstoffen von entscheidender Bedeutung, um die langfristige Zukunft der Branche zu sichern und die Emissionsreduktionsziele der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) für 2030 und 2050 zu erreichen. Derzeit verkehren mehr als 70 000 Schiffe auf unseren Meeren, deren durchschnittliche Lebensdauer etwa 25-30 Jahre beträgt. Einen emissionsarmen Kraftstoff für diese Schiffe zu finden muss nunmehr beschleunigt werden. Methanol bietet demnach den einzigen klaren Weg in eine nachhaltige Zukunft.

Proman, einer der weltweit größten Methanolproduzenten, hat zusammen mit Stena der privaten Reederei mit ihren rund 140 Schiffen, beschlossen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Proman und Stena haben sich verpflichtet, gemeinsam eine Nachrüstungs- und Versorgungslösungzu entwickeln, die es sowohl Stenas Schiffen als auch Schiffen von Drittanbietern ermöglicht, von den unmittelbaren Umweltvorteilen und der Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch Methanol zu profitieren.

Durch die Umstellung auf diesen Kraftstoff können mit Methanol betriebene Schiffe den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Zukunft anführen und die Treibhausgasemissionen, die durch herkömmliche Kraftstoffe auf Ölbasis entstehen, erheblich reduzieren, was zu einer unmittelbaren Verbesserung der Luftqualität in Häfen und Schifffahrtswegen führt.

Schwefeloxide (SXOY) und Partikelemissionen werden praktisch eliminiert, Kohlendioxid (CO2)-Emissionen reduziert und Stickoxide (NOX) um etwa 60 Prozent verringert. Da Methanol zudem biologisch abbaubar und wasserlöslich ist, wird das Risiko für die Meeresumwelt erheblich reduziert.

Proman und Stena verfügen über einzigartige, sich ergänzende Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, gemeinsam eine schlüsselfertige Lösung für die Schifffahrtsindustrie anzubieten, die von einem methanolbasierten Weg in eine nachhaltige, kohlenstoffarme Zukunft profitieren kann. Im Jahr 2015 war Stena der erste Schiffseigner der Welt, der gemeinsam mit einem aktuellen Partner ein großes Schiff auf Methanolantrieb umstellte. Seitdem wird das Schiff sicher und komfortabel betrieben und zeigt damit das Potenzial der Verwendung von Methanol als Schiffskraftstoff. Aus Erdgas hergestelltes Methanol führt zu einer unmittelbaren CO2-Reduzierung, die sich auf über 90 Prozent erhöhen wird, sobald erneuerbares und nachhaltiges Methanol als Schiffskraftstoff in größerem Umfang zur Verfügung steht.

Per Westling, CEO Stena RoRo: „Wir sind davon überzeugt, dass Methanol bei der Suche der Schifffahrt nach Kraftstoffen jenseits der fossilen Standards ganz klar in Führung ist, und wir sind stolz darauf, unseren Beitrag zum Aufbau des Marktes für alternative Kraftstoffe in der Schifffahrt leisten zu können. Wir haben die Stena Germanica bereits 2015 mit einem anderen aktuellen Partner auf Methanolantrieb umgestellt und verfügen damit über wertvolle Erfahrungen, sowohl was die Umstellung als auch den Betrieb betrifft.“

Die Pläne für eine Retrofit & Supply-Lösung bauen auf dem bereits angekündigten Joint Venture zwischen Stena Bulk und Proman für drei methanolfähige Tanker auf. Das erste dieser Schiffe, die Stena Pro Patria mit einer Tragfähigkeit von 49.900 DWT, wird Anfang 2022 ausgeliefert, drei weitere Schiffe, die sich im Besitz von Proman befinden, aber gemeinsam betrieben werden, sollen im Jahr 2023 folgen.

Carl-Johan Hagman, CEO Stena Rederi: „Diese Ankündigung baut auf der spannenden und fruchtbaren Partnerschaft auf, die Stena Bulk bereits mit Proman geschlossen hat, und gibt Stena eine weitere Möglichkeit, den Einsatz von Methanol auf weiteren Schiffstypen zu erforschen.“

David Cassidy, Vorstandsvorsitzender von Proman, sagte: „Methanol ist der einzige verfügbare alternative Schiffskraftstoff, der eine sofortige Emissionssenkung ermöglicht, die Luftqualität drastisch verbessert und einen klaren Weg zur Dekarbonisierung der Schifffahrt bis 2050 und darüber hinaus aufzeigt. Im Gegensatz zu anderen alternativen Schiffskraftstoffen nutzt Methanol die bestehende Technologie und ist sicher und weithin verfügbar. Die Partnerschaft zwischen Proman und Stena hat sich immer weiter gefestigt. Unsere gemeinsame Vision ist es, die Energiewende in der Schifffahrt drastisch zu beschleunigen und nicht nur über die Veränderung unserer Umwelt zu reden, sondern sie auch tatsächlich zu verwirklichen. Wir werden die Ambitionen und das Fachwissen beider Unternehmen nutzen, um Schiffseignern auf der ganzen Welt den Zugang zu Methanol zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, den Übergang zu einer saubereren Schifffahrtsindustrie zu vollziehen.“

Informationen der Firmen Proman und Stena zum Kraftstoff Methanol:

Methanol ist aus Sicht der beiden Firmen ein sauber brennender Kraftstoff, der unmittelbare Vorteile für die Umwelt an Land und auf See mit sich bringt. Methanol eliminiert Schwefeloxide (SXOY) und Partikelemissionen und reduziert Stickoxide (NOX) um etwa 60 Prozent.

Methanol ist sicher: Es wird seit über 100 Jahren weltweit verschifft, gehandelt und verwendet. Methanol bleibt bei Umgebungstemperaturen flüssig und ist daher wie die bestehenden Schiffskraftstoffe leicht zu handhaben, und die Sicherheitsverfahren für den Umgang mit Methanol sind bekannt und werden weltweit praktiziert.

Es löst sich schnell in Wasser auf und wird rasch biologisch abgebaut, so dass ein Methanolunfall im Vergleich zu einem Unfall mit MDO , VLSFO, HFO oder anderen Kraftstoffen auf Ölbasis weit weniger umweltschädlich ist. Methanol wird sogar in Wasseraufbereitungsanlagen verwendet.

Risikoklassifizierungsgesellschaften und die IMO haben bereits Normen und Leitlinien für Methanol als Schiffskraftstoff entwickelt, die im Rahmen des IGF-Codes der IMO gesetzlich anerkannt sind.

Methanol ist in über 122 Häfen weltweit erhältlich. Im Gegensatz zu alternativen Kraftstoffen wie LNG sind bei Methanol nur geringfügige Änderungen an der bestehenden Terminalinfrastruktur sowie an den Bunker- und Kraftstofflagereinrichtungen erforderlich, um den Schiffsbetrieb zu unterstützen. An Bord verhält sich Methanol wie herkömmliche Kraftstoffe und ist leicht zu lagern und zu pumpen, um direkt in den Motor eingespritzt zu werden.







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