Todesrisiko von Pkw-Insassen 53-mal höher als für Zugreisende


14 Dez 2017 [00:02h]     Bookmark and Share


Todesrisiko von Pkw-Insassen 53-mal höher als für Zugreisende

Foto: Carstino Delmonte



Sicherheitsvergleich: Bahn weit vor Auto und Bus 

Berlin  – Die Eisenbahn ist laut Verkehrsträgervergleich von Allianz pro Schiene und ACV Automobil-Club Verkehr das sicherste Verkehrsmittel für die Alltagsmobilität. Nach der jüngsten Aufstellung der beiden Verbände war im deutschen Zehnjahresschnitt von 2007 bis 2016 das Todesrisiko für Insassen eines Pkw 53-mal höher als für Bahnreisende.

Beim Verletzungsrisiko ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken bei jeder Autofahrt gut 125-mal höher als bei einer Bahnfahrt. Auch der Bus liegt beim Reiserisiko klar vor dem Pkw, während im direkten Vergleich Bus und Bahn die Eisenbahn besser abschneidet: Das Todesrisiko für Busreisende ist viermal höher als für Bahnreisende, das Verletzungsrisiko im Bus liegt 41-mal über dem der Bahn. „Für die Alltagsmobilität ist die Eisenbahn das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem ACV am Mittwoch in Berlin.

EU-Vergleich: Eisenbahn in Deutschland besser als europäischer Durchschnitt

Auch im EU-Vergleich behauptet die Eisenbahn ihren Sicherheitsvorteil: Nirgendwo in Europa ist Autofahren sicherer als Bahnfahren. Deutschland liegt bei der Verkehrssicherheit sowohl bei der Eisenbahn als auch beim Autoverkehr auf den guten vorderen Plätzen. Im mehrjährigen EU-Durchschnitt von 2005 bis 2015 starben 3,3 Pkw-Insassen pro Milliarde Personenkilometer, in Deutschland waren es 2,4 getötete Autofahrer. Demgegenüber standen europaweit 0,13 getötete Bahnreisende. Mit 0,03 Toten pro Milliarde Personenkilometer war die Eisenbahn in Deutschland im Schnitt von 2005 bis 2015 deutlich besser als der europäische Durchschnitt.

„In allen europäischen Ländern ist Bahnfahren sicherer als Autofahren“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Am gefährlichsten leben Autofahrer im Osten Europas: in Rumänien (durchschnittlich 12,7 Tote), Lettland (9,4) oder Polen (9,1) sind pro Milliarde Personenkilometer die meisten Todesopfer unter den Autoinsassen zu beklagen.

„Die Vision Zero in der Verkehrssicherheit ist überhaupt nur zu erreichen, wenn die Politik dieses Ziel verkehrsträgerübergreifend denkt“, sagte Flege. „Insgesamt muss man sagen: Verkehr ist desto sicherer, je mehr der Anteil des öffentlichen Verkehrs wächst.“

Straßenverkehrsopfer: Zahlen stagnieren, neue Ideen müssen her

Horst Metzler, Geschäftsführer des ACV rechnete vor, dass die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr seit rund fünf Jahren stagniere. „In Deutschland beklagen wir 3.206 Todesopfer im Jahr 2016 und schätzungsweise 3.170 Tote in 2017.

Außerdem beobachten wir eine steigende Zahl von Verletzten und Schwerverletzten, die mit 396.666 Opfern in 2016 erschreckend hoch war. 25.600 Tote hat der Straßenverkehr in Europa im Jahr 2016 insgesamt gefordert. Das ist alles kein Grund, sich auf dem erreichten Niveau auszuruhen“, sagte Metzler. „Der Straßenverkehr in der EU löscht jedes Jahr eine Kleinstadt aus.“ Das selbstgesetzte Ziel der Bundesregierung, bis 2020 ein Minus von 40 Prozent bei der Zahl der Verkehrstoten zu erreichen „liegt meilenweit entfernt“, sagte Metzler.

„Dabei lässt die Stagnation der Opferzahlen nur einen Schluss zu: Der gewohnte Minderungsfortschritt der vergangenen Jahrzehnte ist ausgeschöpft. Wir müssen im Straßenverkehr zusätzliche Anstrengungen unternehmen und zielgruppenspezifische Maßnahmen auflegen, damit die Vision Zero nicht völlig ihre Glaubwürdigkeit verliert.“

Radfahrer brauchen mehr Schutz

Der ACV-Geschäftsführer verlangte ein besonderes Augenmerk der Politik für die Belange von Radfahrern. „Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Radfahrer getötet. Weil der Absatzmarkt für Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes rasant wächst, steigt der Druck auf die Politik“, sagte Metzler. „Wir brauchen dringend sichere Radwege, die den Ansturm in mittelgroßen und großen Städten aufnehmen können.“

Um mehr Menschen einen sicheren Umstieg auf das Fahrrad zu ermöglichen und im Metropolenverkehr das Auto zu ersetzen, „sind Radschnellwege hier das Mittel der Wahl. Deshalb brauchen wir die finanziellen Mittel für die Planung und den Bau großzügiger Schnellradwege sehr bald.“







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