Bender: Endgültiger Vertrag mit Ticona „dient raschem Flughafenausbau“


13 Jun 2007 [11:04h]     Bookmark and Share




Vertrag zwischen Fraport AG und Chemieunternehmen nun rechtskräftig

Frankfurt – Die Fraport AG und Ticona/Celanese haben sich nach Abschluss der Kooperationsvereinbarung von Ende März dieses Jahres jetzt auf einen endgültigen Vertrag verständigt. Beide Seiten sehen in dem inzwischen notariell beurkundeten Papier eine unternehmenspolitisch positive Vereinbarung.

Die Fraport zahlt für die Verlagerung des Chemieunternehmens insgesamt 670 Millionen Euro. Die ursprünglich vereinbarte, um 20 Millionen niedrigere Summe war im März 2007 erhöht worden, nachdem die Vertragspartner Ticona/Celanese und Fraport sich verständigt hatten, die Übertragung aller Grundstücke am Standort Kelsterbach zwei Jahre früher als bisher vorgesehen bis Ende 2013 vorzunehmen. Außerdem kann Fraport zahlreiche Werkseinrichtungen, wie beispielsweise die Hauptverwaltung der Ticona, weitere Büro- und Technikgebäude, Energienetze und Kanalsysteme voraussichtlich schon 2011 übernehmen. Die für den Fall der Verlagerung vorgesehene Beschäftigungsgesellschaft konnte entfallen, da Ticona/Celanese in der Region verbleibt. Dies war für die Fraport eine wesentliche Erleichterung, da hiermit hohe Kosten für Umschulung und Übernahme von Beschäftigten entfielen und eine effiziente Arbeitsorganisation für die Zukunft sowie Planungssicherheit an der personalpolitischen Front sichergestellt war.

Die Verträge gliedern sich nach Fraport-Angaben in einen Rahmenvertrag, in dem Betriebsstilllegung, Beseitigung der Werkseinrichtungen und Sanierungen sowie die Zahlungsverpflichtung der Fraport geregelt sind, sowie einen Grundstückskaufvertrag. Der Betrieb der Ticona soll danach wie geplant Mitte 2011, spätestens aber zum Jahresende 2011 stillgelegt werden. Dann werde mit den Abrissmaßnahmen begonnen, die bis Ende 2013 abgeschlossen sein sollen. Das Waldgrundstück wird bereits jetzt mit Vertragsabschluss übertragen.

Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Dr. Wilhelm Bender, sieht die endgültige Einigung überaus positiv: „Wir haben das entscheidende Hindernis für den Flughafenausbau aus dem Weg geräumt, der zeitliche Fahrplan für die Erweiterung ist damit realistisch, wir brauchen keine zeitraubenden Gerichtsverfahren zu befürchten und haben allen Grund zum Optimismus“. Gewinner sei vor allem die Heimatregion, die von den Vorteilen des Flughafenausbaus profitiere. Gleichzeitig sei die Abwanderung eines wichtigen Chemieunternehmens verhindert worden, was der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt gut tue. „Diese Tatsachen sind ein wichtiger Beitrag für die soziale Akzeptanz der Vereinbarung“, sagte Bender.

Bender machte noch einmal die Bedeutung des Vertrages deutlich. Der Fraport-Vorstand habe „vor der Alternative gestanden, eine einvernehmliche, bestmögliche Lösung mit Ticona zu erzielen oder das Risiko erheblicher zeitlicher Verzögerungen der Inbetriebnahme der Landebahn mit allen wirtschaftlichen und strategischen Folgen in Kauf zu nehmen“.

Dabei sei zu berücksichtigen gewesen, dass der Luftverkehrsmarkt jährlich um vier Prozent wachse und eine zu lange Durststrecke die Wettbewerbskraft Frankfurts schwäche. Eine maßgebliche Verzögerung des Ausbaus hätte zu Verkehrsverlagerungen und damit langfristig zu unvorhersehbaren Folgen beim Verkehrsaufkommen für Frankfurt führen können.

Die vereinbarte Zahlung von 670 Millionen Euro bezeichnete Bender als eine „anspruchsvolle Herausforderung“ für sein Unternehmen, auf Grund interner und externer betriebswirtschaftlicher Gutachten aber gerechtfertigt. Vor diesem Hintergrund sei das ausgehandelte Ergebnis vertretbar.

Alleine für die Beseitigung der Hindernisse mit allen Kosten und ohne zu erwartende zeitliche Probleme hätten – so Bender – ohnehin rund 200 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Außerdem würden die von Ticona/Celanese zu übernehmenden Grundstücke, die unter anderem eine direkte Verbindung mit dem zu vermarktenden Mönchhof-Gelände der Fraport AG hätten, in ihrem Wert auf mindestens 60 Millionen Euro beziffert.

Insgesamt dient der Vertrag nach Ansicht Benders der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Frankfurter Flughafens: „Zeit ist für uns Geld, der Markt darf nicht an uns vorbeifliegen. Der Ausbau muss zeitgerecht kommen. Heute sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen“.







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