ARD-plusminus : Gefährliche Annäherung Lizenzpflicht für Flugsicherungstechniker soll fallen


19 Mrz 2007 [13:48h]     Bookmark and Share




Obwohl das neue Flugsicherungsgesetz noch nicht verabschiedet worden ist, arbeitet auch jetzt schon Personal ohne Berechtigungslizenz an operativen Flugsicherungsanlagen der Deutschen Flugsicherung, DFS.

Köln – Dies berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin [plusminus in seiner Ausgabe vom Dienstag, 20.3. (21.50 Uhr).

Bei seinen Recherchen stieß [plusminus überdies auf einen Vorfall, der bislang der Öffentlichkeit verschwiegen wurde: Im Dezember 2004 führte ein Stromausfall an der DFS Funksendeanlage Götzenhain bei Frankfurt zu einer dramatischen Situation in der Anflugkontrolle des Rhein-Main Flughafens. Der Funkkontakt zwischen Piloten und Lotsen war für 70 Sekunden unterbrochen. In der Folge unterschritten zwei Lufthansa Maschinen und eine Maschine der schwedischen Fluggesellschaft SAS die vor-geschriebenen Sicherheitsabstände von 3 Nautischen Meilen (ca. 5,4 Km). Den Ausfall hat ein Mitarbeiter einer Fremdfirma verursacht, der keine Lizenz hatte.

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Die DFS gibt den Vorfall gegenüber [plusminus zu, behauptet aber, dass der Funkausfall durch einen Lotsenfehler ausgelöst wurde. Außerdem stuft die DFS den Vorfall als keine „schwere Störung“ und damit als nicht meldepflichtig ein.

Lizenzpflicht galt bislang als ein wesentlicher Bestandteil der Flugsicherheit. In Deutschland benötigen daher auch Flugzeugmechaniker so wie Piloten und Fluglotsen eine staatliche Lizenz. Wenn der Bundestag demnächst der erforderlichen Grundgesetzänderung zustimmt, kann die DFS künftig statt fest angestellter Flugsicherungstechniker und Flugdatenbearbeiter mit
Berechtigungslizenz auch Fremdfirmen regulär mit sicherheitsrelevanten Aufgaben betrauen.

Nach der erfolgreichen Organisationsprivatisierung der ehemaligen

„Bundesanstalt für Flugsicherung“ und Umwandlung in die Deutschen
Flugsicherung GmbH, DFS, im Jahr 1993, steht nun eine Kapital-Privatisierung an. Es besteht fraktionsübergreifend ein Konsens, die DFS in Europa „besser zu positionieren“ und für „mehr Wettbewerb“ zu sorgen.  Deswegen soll auf das Lizenzwesen, das sich bisher lückenlos auf alle operativen Bereiche erstreckt, gelockert werden. Dies ist für Experten umso verwunderlicher, da derzeit gerade die Schweiz, die Türkei, Frankreich und weitere EU Staaten eine Lizenz- und Berechtigungspflicht nach deutschem Vorbild einführen wollen.







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