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Home News Bilanzen & Statistiken

Junge Europäer reisen weniger

Red.4 by Red.4
9. Oktober 2015
in Bilanzen & Statistiken, Billigveranstalter Discounter, Destinationen, Kulturnews, Kurzurlaub, People & Gossip, Reisezusatzleistungen, Sprachreisen Kulturreisen, Studienreisen Bildungsurlaub, Umwelt, Zahlungsmittel Reisekasse
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Untersuchung über die Entwicklung bei Auslandsreisen von Jugendlichen seit 2007: Geburtenrückgang und sozialer Wandel sorgen für rückläufige Zahlen – Deutschland ist das neue Lieblingsziel bei jungen Reisenden.

Berlin – Der demographische Wandel hinterlässt Spuren in der europäischen Reiseindustrie: Seit 2007 ist die Zahl der Auslandsreisen von jungen Europäern um zehn Prozent zurückgegangen. Damit gehört dieses Segment zu den wenigen am europäischen Reisemarkt, die einen negativen Trend aufweisen. Der kontinuierliche Geburtenrückgang sorgt für eine sinkende Zahl junger Konsumenten während die Zahl älterer Reisender steigt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Sonderauswertung des World Travel Monitors von IPK International, die im Auftrag der ITB Berlin durchgeführt wurde.

Deutschland mit Wachstum von 60 Prozent

2014 haben junge Europäer im Alter von 15 bis 24 Jahren 54 Millionen Auslandsreisen durchgeführt und auf diesen Reisen rund 430 Millionen Nächte im Ausland verbracht. Im Vergleich zu 2007 ging die Zahl der Auslandsreisen pro Jahr um etwa ein Prozent zurück. 2007 reisten junge Europäer am liebsten nach Spanien, gefolgt von Frankreich, Italien und Großbritannien. Bis 2014 nahmen die Jugendreisen in diese vier Länder jedes Jahr um ein bis zwei Prozent ab. Deutschland stieg dagegen in der Gunst der jungen Reisenden und entwickelte sich seit 2013 zum beliebtesten Reiseziel der jungen Europäer. Ein Wachstum von insgesamt 60 Prozent und nunmehr sieben Millionen junge europäische Besucher konnte Deutschland verzeichnen. Dazu beigetragen haben unter anderem die positiven Medienberichte und begleitenden Marketingmaßnahmen über die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006, die zu einem gastfreundlichen und offenen Bild von Deutschland in der Welt beigetragen haben. Zuwächse verbuchen konnten auch Destinationen wie Schweden, Kroatien und die Niederlande. Mit Blick auf die beliebtesten Städteziele hat London vor Paris die Nase vorn, dahinter folgen Kopenhagen, München, Berlin und Amsterdam.

Sonne, Strand und Meer

Verreisen, um Urlaub zu machen: Das steht bei der überwiegenden Mehrzahl der jungen Europäer im Mittelpunkt, davon macht ein Drittel Kurzurlaub. Zu den weiteren Anlässen zählen Lernreisen oder auch Besuch von Freunden ohne Urlaubsmotiv. Jeweils rund ein Viertel aller Auslandsaufenthalte zählen zu den sogenannten „Sun & Beach-Urlauben“. Sonnenbaden, Schwimmen, Abschalten sowie Shopping und Essen gehören zu den wichtigsten Motiven dabei. Dicht gefolgt ist der Strandurlaub von Städte- und Rundreisen. Das restliche Viertel verteilt sich auf andere Urlaubsarten wie Eventreisen, Sommer- und Wintersporturlaube und Reisen zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten und Geburtstage. Nur zwölf Prozent sind geschäftlich bedingte Reisen, wobei MICE Reisen mit den Schwerpunkten Konferenzen, Seminare, Messebesuche und Incentive-Reisen dominieren.

Leichtes Wachstum bei Couchsurfing

Weniger als die Hälfte der jungen Auslandsurlauber buchen Hotelunterkünfte, der Anteil ist jedoch seit 2007 kontinuierlich um rund ein Prozent pro Jahr gewachsen, während der Anteil der Nutzung kostenloser Unterkünfte im gleichen Umfang zurückging. Erst seit dem Reisejahr 2014 konnte ein leichtes Wachstum bei neueren Beherbergungsarten wie Couchsurfing oder Internetbuchungen von privaten Wohnungen festgestellt werden. Durchschnittlich gaben junge Europäer im Jahr 2014 bei Auslandsreisen etwas weniger als 700 Euro pro Reise aus und etwas mehr als 80 Euro pro Nacht.

Martin Buck, Director Travel & Logistics der Messe Berlin, kommentiert: „Die Auswirkungen des demographischen Wandels sind schon jetzt in der europäischen Reiseindustrie zu spüren. Die Entwicklung wird sich noch verschärfen, weshalb jetzt die richtigen Weichen gestellt werden müssen: Passgenaue Angebote, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe, sorgen dafür, dass sowohl jüngere als auch ältere Menschen weiterhin die Lust am Reisen behalten.“

Neben Sonderauswertungen des World Travel Monitors von IPK International veröffentlicht die ITB Berlin Anfang Dezember die Kerndaten des World Travel Monitor inklusive der Einschätzungen von 50 Tourismusexperten aus mehr als 20 Ländern im ITB World Travel Trends Report 2015/16. Die Jahresendergebnisse des World Travel Monitor von IPK International inklusive aktueller Ausblicke für das Jahr 2016 werden auf dem ITB Future Day des ITB Berlin Kongresses von Rolf Freitag, Präsident IPK International, vorgestellt. Der World Travel Monitor basiert auf bevölkerungsrepräsentativen Interviews von jährlich über 500.000 Menschen in mehr als 60 Reisemärkten weltweit und wird seit über 20 Jahren regelmäßig durchgeführt. Er gilt als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten.

Tags: EuropäerJungeReisenWeniger
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