EasyJet will Hybrid-Flugzeug testen


02 Feb 2016 [17:53h]     Bookmark and Share


EasyJet will Hybrid-Flugzeug testen

Foto: Carstino Delmonte



Die Fluggesellschaft hat angeblich Pläne für ein revolutionäres Zero-Emission- Wasserstofftreibstoffsystem vorgestellt, mit dem pro Jahr um die 50.000 Tonnen Kerosin und die damit verbundenen CO2-Emissionen eingespart werden könnten.

Berlin –  Die Airline hat es sich zum Ziel gemacht, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um sieben Prozent zu verringern – Derzeit liegen die Emissionen laut Unternehmen bei 81,05 g CO2 pro Passagierkilometer.

In den letzten 15 Jahren wurden die Werte nach Angaben des Unternehmens um 28 Prozent reduziert. Die britische Airline investiert kontinuierlich in neueste Technologien, setzt auf effiziente Betriebsabläufe und fliegt mit einer hohen Auslastung. So verursacht ein Passagier nach Berechnungen des Unternehmens 22 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein Fluggast einer „klassischen Airline“ an Bord des gleichen Flugzeugtyps auf der gleichen Strecke.

Die Airline wurde von Studenten der Cranfield University inspiriert, eine der führenden Universitäten in den Bereichen Bildung und Forschung auf den Gebieten Technik und Management.

Als Teil eines Wettbewerbs waren die Studenten aufgerufen, Ideen zu entwickeln, wie der Luftverkehr in 20 Jahren aussehen könnte. EasyJet wird nun zusammen mit Industriepartnern und Zulieferern daran arbeiten, diese hochmoderne Technologie noch schneller umzusetzen.

Das Hybrid-Flugzeug nutzt eine Wasserstoffbrennstoffzelle, die sich im Frachtraum des Flugzeugs befindet. Dieses innovative Zero-Emission-System speichert Energie, die beim Bremsen des Flugzeugs zur Landung freigesetzt wird und nutzt diese, um die leichtgewichtigen Systembatterien am Boden aufzuladen (ähnlich wie das „Kinetic Energy Recovery System“ KERS, das in Wagen der Formel 1 genutzt wird).

Diese Energie kann das Flugzeug nutzen – zum Beispiel auf dem Rollfeld – ohne die Triebwerke verwenden zu müssen. Aufgrund der hohen Frequenzen und kurzen Strecken im Betriebsablauf bei easyJet verbraucht die Airline etwa 4 Prozent ihres Jahresverbrauchs an Treibstoff auf dem Rollfeld. Die durchschnittliche Rollzeit eines easyJet Flugzeugs beträgt 20 Minuten pro Flug – das entspricht etwa 6,5 Millionen Kilometern im Jahr und damit acht Reisen zum Mond und wieder zurück.

Dank Strom-Motoren in den Haupträdern sowie strombetriebener Elektronik- und Steuerungssysteme haben die Piloten auf dem Rollfeld volle Kontrolle über Geschwindigkeit, Richtung und Bremsen. Dieses System würde die Notwendigkeit für Flugzeugschlepper verringern – wenn nicht sogar diese völlig überflüssig machen – und würde für effizientere Umschlagzeiten und eine noch bessere Pünktlichkeitsrate sorgen.

Das einzige Abfallprodukt ist frisches sauberes Wasser, das gleichzeitig genutzt werden kann, um das Wassersystem des Flugzeugs während des Flugs aufzufüllen.

Das Konzept wurde von Ian Davies, EasyJets preisgekröntem Technikchef, und seinem Team entwickelt und verbindet Ideen der Studenten mit firmeneigenen konzeptuellen Ansätzen.

„Wir bei EasyJet versuchen kontinuierlich neue digitale und technische Methoden innerhalb des gesamten Unternehmens einzusetzen“, sagt Ian Davies, Head of Engineering. „Das aktuelle Konzept für ein Hybrid-Flugzeug ist sowohl eine Vision für die Zukunft als auch eine Herausforderung für unsere Partner und Zulieferer, Grenzen zu überschreiten zur Senkung unserer CO2-Emissionen. Es ist außerdem ein gutes Beispiel für die Vorteile unserer strategischen Partnerschaft mit der Cranfield University.“

„Cranfield ist eine spezialisierte, postgraduale Universität für fortschrittliche, praktische Bildung und Forschung“, ergänzt Craig Lawson, Dozent des Centre for Aeronautics an der Universität. „Wir sind international dafür bekannt, die Bedürfnisse von Unternehmen, Regierungen und der Gesellschaft zu erfüllen. Wir sind hoch erfreut über die strategische Partnerschaft mit EasyJet und die vielen Wege, auf denen wir gemeinsam Innovationen entwickeln können.

Im Rahmen des Wettbewerbs „The Future of Flight“ haben unsere Studenten interessante Ideen für die 2035-Vision der Flugbranche präsentiert – inklusive umweltfreundlicher Lösungen, Verbesserungen für den Betriebsablauf sowie Ideen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Wir freuen uns darauf, dieses Konzept weiterzuentwickeln.“

EasyJet und die Cranfield University haben im vergangenen Jahr ein dreijähriges Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, um Innovationen und Wissen miteinander zu teilen.

Als Teil der Aktionen waren die Studenten dazu aufgerufen, in den vier Wettbewerbskategorien Kabinendesign, Flugzeugdesign, Flughafenerfahrung und Flugerfahrung teilzunehmen.

Juroren der Airline und Cranfield erhielten eine Reihe von wegweisenden Ansätzen der Studenten der Luft- und Raumfahrt. Weitere innovative Ideen beinhalteten dynamische Flügel, welche ihre Form während des Flugs verändern können, eine hocheffiziente „Shark Skin“, welche den Oberflächenwiderstand verringert, sowie ultraleichte Karbonfaser-Sitze für die Kabine mit kabellosen Lademöglichkeiten für Smartphones und Tablets.

Ab Juni 2017 werden A320NEO an die Airline ausgeliefert, die 13 bis 15 Prozent mehr Treibstoff einsparen im Vergleich zu den Flugzeugen, die sie ersetzen.

Foto: Carstino Delmonte







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