Monatsstatistik der deutschen Airports vom Dezember 2015


10 Feb 2016 [11:46h]     Bookmark and Share


Monatsstatistik der deutschen Airports vom Dezember 2015

Foto: Carstino Delmonte



Im Dezember 2015 nutzten mehr als 14,5 Mio. Passagiere die deutschen Flughäfen. Das entspricht einem Verkehrswachstum von +3,6 Prozent (an+ab). Das Cargo-Aufkommen legte nochmal um +3,4 Prozent (an+ab) auf 384.458t zu. Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen machte einen Wachstumssprung mit +4,3 Prozent auf gut 146.000 Starts und Landungen.

Berlin – Deutsche Wachstumszahlen hinken jedoch international hinterher:  Mit fast 216 Mio. Passagieren (ggü. 207,9 Passagieren 2014) schauen die deutschen Flughäfen auf eine erfolgreiche Verkehrsentwicklung im letzten Jahr zurück. An den 22 internationalen Verkehrsflughäfen wurden 215,98 Mio. Passagiere (an+ab) gezählt (+3,9 Prozent). Im Vergleich lag die Steigerungsrate weltweit an den Flughäfen durchschnittlich bei +6,2 Prozent. Die Flughäfen in Europa erzielten eine durchschnittliche Wachstumsrate von +5% (Jan-Nov 2015). Das Wachstum zwischen den deutschen, europäischen und den internationalen Flughäfen ist nicht ausgeglichen. Die deutschen Flughäfen hinken international hinterher.

Die unterschiedlich starken Wachstumszahlen der Flughäfen resultieren aus der Angebotsstruktur der Airlines. Die deutschen Airlines setzten in ihrem Kerngeschäft die eingeleiteten Konsolidierungsprozesse fort. Zusätzlich wirkten sich die zahlreichen Streikrunden dämpfend auf die Verkehrsentwicklung aus. Betroffen hiervon waren vor allem Flughäfen mit einem hohen Verkehrsanteil deutscher Airlines. An anderen Standorten bauten vor allem europäische Airlines ihre Angebote deutlich aus und generierten eine neue Nachfrage. Weiterhin hielt der Trend an, dass Airlines aus dem sog. Low Cost Bereich zunehmend an größeren Flughäfen neue Strecken aufnahmen.

Die Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten waren im Jahresverlauf durchweg positiv: Der innerdeutsche Verkehr wuchs mit +1,7 Prozent, während der Interkontverkehr mit +4,3 Prozent und der Europaverkehr mit +4,5 Prozent die entscheidende Wachstumsbasis bildeten.

Vier von 22 internationalen Verkehrsflughäfen mussten Passagierrückgänge hinnehmen. Dem stehen 18 Flughäfen mit zum Teil deutlichen Wachstumsschüben gegenüber. Die größten Zuwächse gab es an den Flughäfen:

Saarbrücken:     +23,4 Prozent

Schönefeld:       + 17 Prozent

Köln/Bonn:        + 9,5 Prozent

 

Trendumkehr bei den Flugbewegungen

Nach mehreren Jahren mit rückläufigen bzw. stagnierenden Wachstumszahlen bei den Flugbewegungen kam es im letzten Jahr wieder zu einem Anstieg. Die gewerblichen Flugbewegungen blieben mit +0,9 Prozent auf einem konstanten Wachstumspfad. Dies liegt zum überwiegenden Teil an den Angebotsausweitungen im Kontinentalverkehr durch ausländische Airlines. Ebenfalls zeichnet sich ab, dass die dämpfenden Effekte durch den Einsatz von immer größeren und besser ausgelasteten Flugzeugen endlich sind.

Cargo-Aufkommen stagniert, trotz positiver ökonomischer Rahmendaten

Obwohl Deutschlands Wirtschaft im letzten Jahr im europäischen Vergleich die stärksten Wachstumsraten aufwies, konnte dies nicht auf das Wachstum bei der Luftfracht übertragen werden. Im Gegenteil, in Deutschland war das Cargo-Aufkommen (an+ab) mit -0,1 Prozent und nur noch 4.438.589t leicht rückläufig. Im internationalen Vergleich nahm das Cargoaufkommen an europäischen Flughäfen um +0,5 Prozent zu. Dies spiegelt sich im Rückgang der Ausladungen um -0,8 Prozent wider, während die Einladungen geringfügig um +0,4 Prozent zulegten. Diese Entwicklungen verdeutlichen die hohe politische und wirtschaftliche Unsicherheit in wichtigen Auslandsmärkten für die Luftfracht. Es zeigen sich aber auch hausgemachte Problemstellungen: Restriktive Betriebszeiten und fehlende Einflugrechte für ausländische Frachtairlines führen zu einer Umleitung von Frachtströmen zu Flughäfen in europäischen Nachbarstaaten.

Ausblick auf 2016 – Die drei wichtigsten Kennzahlen liegen deutschlandweit im Plus!

Die ADV hat für das Jahr 2016 ihre Verkehrsprognose erstellt. Für 2016 sind die Aussichten für die deutschen Flughäfen positiv. Die ADV prognostiziert für das neue Jahr trotz internationaler Krisen und Streiks solide Zuwächse bei den Passagierzahlen, den Flugbewegungen und auch im Cargo-Bereich. Damit setzt sich der langfristige Wachstumstrend der Luftverkehrsnachfrage fort. Die insgesamt gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung führt zu einer höheren Nachfrage bei Privat- und Geschäftsreisenden sowie in der Luftfracht.

Die ökonomischen Rahmendaten für 2016 bleiben für Deutschland positiv:

  • Das reale, durchschnittliche BIP-Wachstum wird mit +1,6 Prozent prognostiziert.
  • Der Rohölpreis verharrt mittelfristig auf niedrigem Niveau.
  • Geringe Energiekosten und eine niedrige Inflationsrate lassen den Konsum weiter steigen.

Diese ökonomischen Eingangsdaten liegen neben Verkehrs- und Buchungszahlen der ADV-Prognose zu Grunde. Die wichtigsten drei Kennzahlen sind positiv. Für das Jahr 2016 erwartet der Flughafenverband ADV eine Steigerung der Passagierzahlen von + 3,1 Prozent. Die Flugbewegungen wachsen stabil um + 0,9 Prozent. Die Entwicklung im Cargobereich bleibt volatil. Die Berechnungen der ADV weisen dennoch auf ein Cargowachstum von +1,7 Prozent im Jahr 2016 hin.

Ein noch höheres Wachstum wird durch externe Risikofaktoren verhindert. Dazu zählt der Rückgang des Handels mit China und den Schwellenländern sowie Kriege und Unruhen im Nahen Osten. Die wachstumstreibenden Angebote der Low Cost Carrier werden im angebrochenen Jahr weniger stark ausfallen, wie 2015. Das Verkehrswachstum ausländischer Airlines bildet weiterhin die Grundlage für die Zuwächse an den deutschen Flughäfen. Des Weiteren wird sich die Luftverkehrsbranche auch 2016 auf Streiks einstellen müssen.

Anzumerken bleibt, dass die insgesamt gute Verkehrsentwicklung sich nur begrenzt auf die Profitabilität der Flughäfen auswirkt. Der Druck auf die Flughafenentgelte setzt sich fort. Im letzten Jahr konnten lediglich 9 von 22 internationalen Flughäfen einen Gewinn ausweisen. Im klassischen Aviation-Geschäftsfeld liegen durchweg Kostenunterdeckungen vor. Auch für das Jahr 2016 bleibt diese schwierige Situation bestehen.

Foto: Edgar Delmont







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