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Home News Aktionen Sonderangebote

Billigflieger – Handtuch auf dem Sitz: „Hier ist reserviert“. Werbespot macht sich über Kunden lustig.

Red.4 by Red.4
6. Juli 2017
in Aktionen Sonderangebote, Allianzen Kooperationen Kartelle, Billigflieger, Destinationen, Luftverkehr, News, Umwelt
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Foto: Carstino Delmonte

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Der irische Billigflieger Ryanair erzieht seit über zehn Jahren seine Passagiere mit Zuckerbrot und Peitsche so konsequent wie keine andere Airline. Nur wer sich genau an die Regeln und das Kleingedruckte hält darf billig fliegen. Für alle anderen gibt es Peitschenhiebe in Form von Zusatzkosten. Nun macht sich die Airline über ihre Gäste aus Europa in einem Videospot noch lustig.

Dublin – Bordkarte nicht selbst ausgedruckt: bezahlen! Handgepäck passt nicht ins Kästchen: bezahlen oder stehenbleiben! Willst du reinkommen und rausgucken: Fensterplatz bezahlen! Und so weiter, und so fort. Knallhart und oftmals ruppig ging die Airline bisher mit ihren Kunden um. Witzig war das oftmals nicht in der Branche, die zuvor eher vom Kunde-ist-König-Syndrom geprägt war. Lediglich Airline-Chef Michael O’Leary hat sich allerlei Kaspereien herausgenommen, um medienwirksam für seine Tarife zu werben.

Nun geht die Airline einen Schritt weiter. Neben der ständigen Bevormundung, wie ärmere Menschen sie gerne hinnehmen wenn sie dafür ein schnäppchenhaft günstig erscheindendes Flugticket erhalten und die Nebenkosten durch striktes Gehorchen glauben überschaubar halten zu können, können sie sich jetzt auch noch zur lachnummer degradieren lassen. Zumindest dann, wenn sie ein bischen Nationalstolz besitzen und sich mit den stereotypischen Nationen-Klischees identifizieren.

In einem Online-Werbespot macht die Airline sich unter anderen über deutsche Urlauber lustig. Bereits auf dem Flugzeugsitz liegen Handtücher in schwarz-rot-goldenen Farben, das Paärchen wirkt ansonsten steif und scheint keinen Grund zum Lachen zu haben. Die Message dahinter: Den Sitz im Flugzeug kann man schon vorher reservieren. Gegen Bezahlung versteht sich.

Aber auch andere Nationen werden mit ihren vermeintlich nationentypischen Klischees auf die Schippe genommen: So werden ein paar biertrinkende, herumalbernde britische Jungs am Tresen einer Terminal-Bar im Flughafen gezeigt, die bis kurz vor dem Einsteigen ihre Gläser leeren, um dann doch als Erste den Flieger zu besteigen. Dank „priority boarding“ natürlich, das auch bei dieser Airline gegen Bezahlung angeboten wird.

Oder ein französisches Paärchen mit Baskenmützen und Partnerlook T-Shirts ganz nach dem Vorbild des französischen Duftkönigs Jean Paul Gaultier, dass pausenlos auf dem Flugzeugsitz dynamisch und entfesselt herumknutscht und entsprechend dafür mehr Platz beansprucht: Größerer Sitzabstand kann natürlich auch für den Urlaubsflug dazugebucht werden.

Auch Spanier, Iren und Italiener werden in dem neuen Spot an Klischees festgenagelt. Für sie alle bietet die Fluglinie scheinbar eine Lösungen.

Billigheimer Ryanair versucht mit dem Spot „Summer Made Simple“ einen Viral-Hit zu landen. Die Botschaften dahinter sollen wohl lauten: Für jeden Europäer das richtige Flugangebot. Und „billige Tickets“. Unerwähnt bleiben dabei jedoch die vielen und keineswegs billigen Tarife für alle diese Zusatzleistungen und die unbilligen Methoden mit denen die Airline immer wieder bei Verbraucherschutzorganisationen und Gerichten für Unmut sorgen. Auch die Flugsicherheit der Iren, die wegen der ungewöhnlichen Arbeitsbedingungen bei den nicht festangestellten Piloten von Fachleuten oftmals kritisiert werden, sind kein Thema für die Kundenansprache. Weitere Spots sollen folgen.

Tags: @RyanairBilligfliegerLuftverkehrWerbung
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