Qatar Airways fliegt weiter: „Globaler Betrieb läuft reibungslos!“ 90 Prozent der Flüge finden planmässig statt


15 Jun 2017 [13:00h]     Bookmark and Share


Qatar Airways fliegt weiter: „Globaler Betrieb läuft reibungslos!“ 90 Prozent der Flüge finden planmässig statt

Qatar Airways fliegt weiter: „Globaler Betrieb läuft reibungslos!“ 90 Prozent der Flüge finden planmässig statt



Qatar Airways Group Chef Akbar Al-Baker fordert die Aufhebung der GCC-Blockade

 

Zürich – Qatar Airways ist die nationale Airline des Emirats Qatar. Einige Staaten der Mittelost-Region, dazu gehören Saudi Arabien, die Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain und Ägypten, hatten in der vergangenen Woche ihre diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen Emirat Qatar wegen angeblicher Unterstützung von Terrororganisationen wie dem IS abgebrochen. Darunter leidet besonders Qatar Airways, die sich auf weltweite Transitverbindungen via der Hauptstadt Doha spezialisiert hat. Durch die politische Isolation ergeben sich auch Einschränkungen bei sämtlichen Verkehrswegen.  Start-, Lande- und Überflugrechte wurden entzogen. Teilweise wurde auch die Betriebslizenz zurückgenommen. Täglich können nun 52 Verbindungen nicht mehr angeboten werden, andere Flugstrecken verlängern sich durch die Sperrung der Lufträume erheblich.

Airline-Chef Akbar Al-Baker spricht deutliche Worte. Die Mehrheit der Flüge von Qatar Airways von und zum Hub in Doha laufen planmässig und reibungslos ab. In der vergangenen Woche haben 1.200 Qatar Airways-Flüge von Doha und dem Netzwerk zu mehr als 150 Destinationen rund um den Globus stattgefunden. 90 Prozent dieser Flüge sind bis auf eine 15-minütige Abweichung nach Plan gestartet, heißt es von Seiten der Airline.

Qatar ist von drei der besagten Länder umgeben, die nun das Land isolieren und die Airline in Schach halten: Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Besonders streng geht Saudi Arabien vor:  alle Flugbewegungen von Fluzeugen aus Qatar sind in seinem Luftraum verboten.  Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sperren den Luftraum für die Qataris. Lediglich Bahrain erlaubt der Airline das Hoheitsgebiet des Landes zu überfliegen. Das bedeutet auch für Europaflüge bereits Flugplanänderungen und teilweise längere Flugzeiten und beeinträchtigt das bisher profitable Umsteigegeschäft.

Darüber hinaus haben auch die Malediven ihre Beziehungen zu Qatar abgebrochen. Flüge von Qatar Airways sind ausgesetzt.

Die Behauptungen Qatar sei Terrorunterstützer basierten Meldungen, denen von quatarischer Seite massiv widersprochen wurde. Demnach sollen die Fakenews von Computerhackern verbreitet worden sein. Ob das Land tatsächlich in irgendeiner Weise den Terror unterstützt oder der Konflikt in der Region andere Hintergründe hat, ist tatsächlich unklar.

In den kommenden Monaten ist dennoch seitens der Airline eine Erweiterung an Destinationen geplant, ließ die Fluglinie verlauten. Gestern wurde eine Nonstop-Verbindung nach Dublin in Irland eröffnet. Die Airline will ab dem 4. Juli auch Nizza mit Qatar verbinden und Umsteigegäste gewinnen sowie ab dem 17. Juli nach Skopje in  Mazedonien operieren. Weitere Destinationen für den Rest des Jahres und das Jahr 2018 werden unter anderem Las Vegas, sowie Canberra in Australien, Douala im afrikanischen Kamerun, Libreville, ebenfalls in Afrika, Medan in Indonesien, sowie Rio de Janeiro in Brasilien, Santiago de Chile, Sarajevo in Bosnien und Herzegowina und viele weitere Städte sein. Der globale Anspruch liegt damit in der Hand von Bahrain. Sollte auch dieses Land die Überflugrechte einschränken oder untersagen wäre das der Super-Gau für Qatar Airlines.

Gute Bilanz und Umsatzsteigerung

Anfang dieser Woche veröffentlichte die Fluggesellschaft ihren Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2017 und präsentierte einen Nettogewinn von 541 Millionen US-Dollar, ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ergebnisse weisen ebenfalls eine Umsatzsteigerung von 10,4 Prozent auf.

Der behauptete  Gewinn basiert allerdings auch auf der Tatsache, dass der Ölstaat Qatar seine Fluglinie mehr oder weniger indirekt unterstützt, zum Beispiel mit billigem Treibstoff. Diesen Vorwurf machen zumindest viele Kritiker und Konkurrenten dem Unternehmen.

Qatar Airways-Chef Akbar Al Baker äußerte sich zur aktuellen Krise: „Die globalen Geschäftstätigkeiten von Qatar Airways laufen weiterhin reibungslos, die überwiegende Mehrheit unseres Netzwerks ist von den aktuellen Umständen nicht betroffen. Unser Fokus liegt auf der Unterstützung von Passagieren, die von der aktuellen Situation beeinflusst werden, und der Sicherstellung, dass wir weiterhin unseren preisgekrönten Service liefern. Unsere Netzwerkexpansion setzt sich fort mit zwei neuen Destinationen, die im nächsten Monat starten. Soweit es uns betrifft, ist es ‚Business as usual‘ – die Geschäfte laufen wie gewohnt weiter.“

Bezogen auf die abgebrochenen Beziehungen einiger Nachbarländer und die Einschränkung der Überflugrechte fügt er hinzu: „Diese Blockade ist ohnegleichen und es steht im direkten Widerspruch zu der Konvention, die Rechte an zivilen Überflügen garantiert. Wir fordern die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO auf, dies für eine rechtswidrige Handlung zu erklären. Wir sind keine politische Institution, wir sind eine Fluggesellschaft und diese Blockade hat uns die Rechte entzogen, die uns garantiert wurden.“

Angesichts der Blockade hat die Fluggesellschaft den Betrieb ihres globalen Call Centers und Social Media-Teams deutlich erhöht, um sicherzustellen, dass betroffene Kunden den, laut Airline „bestmöglichen Service“ erhalten. Zusätzlich wurde die Handlungspolitik von Qatar Airways erweitert, um eine grössere Flexibilität für Rückerstattungen und Umbuchungen für alle Passagiere zu gewährleisten, deren Flug durch die Reiseverbote beeinflusst wurde. Hinzukommend hat die Airline neue Funktionen auf Facebook eingeführt, um den Kunden flexible Rückrufoptionen zu bieten.

Qatar Airways will ihren neuen Business Class-Sitz auf der Paris Air Show im Juli in Le Bourget präsentieren. Auch Auszüge des neuen Menükonzepts werden während der Show bei der Airline angeboten. Ob das Prinzip Hoffnung solange durchhält bleibt abzuwarten. / CAD







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