Auslandsreisen der BRIC-Staaten: Russland ist Spitzenreiter


30 Jul 2012 [08:50h]     Bookmark and Share


Auslandsreisen der BRIC-Staaten: Russland ist Spitzenreiter

Auslandsreisen der BRIC-Staaten: Russland ist Spitzenreiter



ITB Berlin und IPK International präsentieren Dynamik und Auslandsreisevolumen der BRIC-Staaten im Fünf-Jahres-Vergleich – Unterschiedliches Wachstum bei Auslandsreisen aus den BRIC-Staaten: Russland ist führend, gefolgt von China – Brasilien und Indien weit abgeschlagen

Berlin  – Dynamisches Wachstum, aber unterschiedliche Ergebnisse bei der Zahl der Auslandsreisen: Wenn es um Auslandsreisen und die wirtschaftliche Situation von den sogenannten BRIC-Staaten* geht, dann haben die Länder keine Gemeinsamkeiten. Nicht China und Brasilien als die größten Wirtschaftsmächte der BRIC-Staaten oder China und Indien als bevölkerungsreichste Länder generieren das größte Auslandsreisevolumen. Als Land mit dem höchsten Auslandsreisevolumen hat vielmehr Russland die Nase vorn. Nach einer Sonderauswertung des World Travel Monitor im Auftrag der ITB Berlin gibt es bei Reisen ins Ausland keine Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsgröße und Bevölkerungsdichte. Russland ist innerhalb der Staatengruppe das bevölkerungsärmste Land und rangiert hinsichtlich der Wirtschaftsgröße an dritter Stelle. Bei Reisen ins Ausland aber sind die Russen führend. Sie unternehmen 1,3 Mal so viele Reisen wie die Chinesen, 3,4 Mal so viele wie die Inder und 4,6 Mal so viele wie die Brasilianer.

Auch beim Wachstum der Auslandsreisen hält Russland die Spitzenposition. Vor fünf Jahren unternahmen 15,9 Millionen Russen und 13 Millionen Chinesen eine Reise ins Ausland. Nach den neuesten Erhebungen unternehmen derzeit 23,8 Millionen Russen und 18,3 Millionen Chinesen (ohne Reisen nach Hongkong und Macau, die nach wie vor die Masse der Reisen ausmachen) eine Auslandsreise. Im Betrachtungszeitraum ist die Reisefreude bei den Russen um 50 Prozent gestiegen. Dem stehen die Chinesen mit 41 Prozent gegenüber.

Was Indien und Brasilien im Auslandsranking der BRIC-Staaten betrifft, liegen diese relativ weit abgeschlagen. Indien rangiert zwar mit sieben Millionen Auslandsreisen vor Brasilien mit 5,2 Millionen Reisen. Betrachtet man aber diese beiden Länder über einen Zeitraum von fünf Jahren, zeigt sich für Indien ein Wachstum von 30 Prozent (gegenüber 5,4 Millionen Auslandsreisen im Jahr 2006) und für Brasilien von 85 Prozent (2006 unternahmen die Brasilianer nur 2,8 Millionen Auslandsreisen). Wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau und trotz geringerer wirtschaftlicher Wachstumsrate als Indien, liegt die größere Dynamik im brasilianischen Markt. Vergleicht man China mit Russland, verzeichnet Russland trotz des jahrelangen, konstant hohen Reisevolumens stärkere Zuwachsraten als China. Also besteht auch hier kein kausaler Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Entwicklung und Anzahl der Auslandsreisen, denn das Land der aufgehenden Sonne weist die höchste Wachstumsrate auf.

Obwohl die Bevölkerung der BRIC-Staaten mit knapp drei Milliarden Menschen fast sechs Mal umfangreicher ist als die Bevölkerung der EU mit rund 500 Millionen Einwohnern, unternehmen die BRIC-Bürger noch immer wesentlich weniger Reisen ins Ausland. Im Jahr 2011 waren es 54 Millionen Auslandsreisen, das sind rund sechs Mal weniger als die EU-Bürger mit 345 Millionen. Insgesamt aber wächst das Auslandsreisevolumen der BRIC-Staaten kontinuierlich. Noch vor fünf Jahren reisten die BRIC-Bürger knapp neun Mal weniger als die Europäer ins Ausland.

„Die Zahlen für den Tourismus aus den BRIC-Staaten, insbesondere aus Russland, bieten vielversprechende Perspektiven für die Tourismusindustrie der betroffenen Gastgeberländer und Zielgebiete“, erklärt Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel & Logistics Messe Berlin. „Sie zeigen, dass in der Zwischenzeit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in Bezug auf die Auslandsreisetätigkeit ein Aufholprozess stattgefunden hat, der sich mit Sicherheit fortsetzt.“

* Da es sich um den Untersuchungszeitraum 2007 bis 2011 handelt, konnte Südafrika nicht berücksichtigt werden.

Foto: Carstino Delmonte







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