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Home News Destinationen

Valencia sieht rot- bei der größten Tomatenschlacht der Welt

Red.4 by Red.4
31. Juli 2007
in Destinationen, Events, Reisezusatzleistungen, Sicherheit, Spanien, Südeuropa
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Buñol ist ein kleines beschauliches Städtchen mit 10.000 Einwohnern, nur 40 Kilometer von Valencia entfernt.

Frankfurt – Das Leben geht in Bunol seinen beschaulichen Gang- allerdings nur an 364 Tagen im Jahr. Denn immer am letzten Mittwoch im August verwandelt sich das friedfertige Örtchen in ein Schlachtfeld. Tausende und abertausende Menschen strömen aus aller Herren Länder herbei, um sich bei der größten Tomatenschlacht der Welt, der so genannten Tomatina, gegenseitig mit überreifen Tomaten zu bewerfen.Die

Tomatina
ist die wichtigste Veranstaltung im Rahmen des im August abgehaltenen Stadt- und Volksfests von Buñol, das dem Heiligen Sant Lluis Bertrán und der heiligen Jungfrau Mare de Déu dels Desemparats gewidmet ist. Ziel dieser extravaganten Veranstaltung ist es einzig und allein, so viele der überreifen roten Früchte wie nur möglich in treffsichere Wurfgeschosse zu verwandeln und seine Mitstreiter damit zu bewerfen.

Die Regeln dabei sind einfach:

  1. Keine Flaschen oder scharfen Gegenstände mitbringen, die zu Unfällen führen könnten.
  2. Nicht an T-Shirts oder Hemden reißen
  3. Vorsicht auf dem Anfahrtsweg der Lastwagen, die die Tomaten bringen.
  4. Die Tomaten muss vor dem Wurf in der Hand zerdrückt werden.
  5. Nach dem zweiten Böllerschuss darf laut Ehrenkodex keine einzige Tomate mehr geworfen werden.

Erfahrene Tomatenkämpfer reisen bereits am Vorabend an, um sich optimal auf das Spektakel einzustellen. Noch sind weit und breit keine Tomaten zu sehen, und doch liegt bereits etwas von der „Kampfesatmosphäre“ in der Luft. Rund um den „Paseo de San Luis“ drängen sich die Menschen an allerlei Ständen mit Musik und Getränken, um sich mit guter Laune auf die kräftezehrende Veranstaltung am nächsten Tag einzustimmen.

Am Morgen der „Schlacht“ beginnen dann die eigentlichen Vorbereitungen, vor allem die der Anwohner: Buñol wird fachmännisch „verpackt“, denn ein jeder versucht sein Hab und Gut vor der ätzenden Tomatensauce zu schützen, die im Laufe des Vormittages durch die Gassen fließen und Menschen, Häuserwände und eigentlich alles bedecken wird.

Das Zentrum der Schlacht ist die Plaza del Pueblo – dort beginnt gegen elf Uhr das traditionelle „Schinkenstürmen“. Ziel ist es, einen etwa sieben Meter hohen, eingeseiften Baumstamm hinaufzuklettern, um an den oben befestigten

Schinken zu gelangen. Diese Disziplin verlangt den Teilnehmern vor allem Ausdauer, Koordination und Geschicklichkeit ab und erfreut sich einer großen Teilnehmerzahl. Der Schinken selbst und natürlich die Anerkennung aller Mitstreiter sind der Preis für das erfolgreiche Erklimmen. Eine der wenigen Regeln der Tomatina ist: Solange der Schinken noch am Baumstamm hängt, darf keine Tomate fliegen.

In der Zwischenzeit sucht sich der ein oder andere bereits für seine „Tomatengeschosse“ eine „Zielscheibe“ aus und plant einen Fluchtweg, sollte er selbst zu einer solchen werden. Um die Stimmung anzuheizen schütten die Anwohner eimerweise Wasser auf die Teilnehmer, denen der Sinn jedoch nur nach einem steht: Tomaten, Tomaten und nochmals Tomaten.

Dann kommen sie endlich: riesige Lastwagen, bis zum Rand vollbeladen mit den überreifen, weichen Nachtschattengewächsen. Die Schlacht kann beginnen und zwar wie jedes Jahr um Punkt 12 Uhr mittags mit dem Knall eines Böllers. Mit geschlossenen Augen stürzen sich die furchtlosen Kämpfer auf den Tomatenberg, den die Lastwagen am Ende der Straße abladen, um sich dort mit der roten Munition zu bewaffnen. Diese wird jedoch oft ohne konkretes Ziel in die Menge geworfen, insgesamt eine Stunde lang. In dieser Zeit färbt sich alles langsam aber sicher rot ein.

Nach 60 Minuten erklingt ein weiterer Böllerschuss, der sämtliche weiteren „Kampfaktivitäten“ im Keim erstickt. Der Ehrenkodex der Tomatina besagt nämlich, dass nach zwölf Uhr keine weitere Tomate mehr fliegen darf. Nun ist der Moment des Rückzuges gekommen – zumindest bei den ausdauernden, die sich nicht schon vorher in die „tomatenfreie Zone“ gerettet haben. Nach dem zweiten Signal-Knall beginnt die traditionelle Reinigung der Stadt. Nun spritzen die Feuerwehrleute Schlachtfeld und Teilnehmer mit ihren Wasserschläuchen ab, so dass nach der Schlacht regelrechte Flüsse aus Tomatensaft durch die Straßen laufen.

Das Putzendauert nicht lang, denn sowohl Einwohner als auch die müden Krieger helfen mit. Wer am Abend nach Buñol kommt, findet lediglich ein kleines verträumtes Städtchen vor, das bereits sehnsüchtig auf das nächste Jahr wartet.

Die Geschichte der Tomatina

Die Tomatina entstand im Jahr 1945 und obwohl es verschiedene Meinungen über den Ursprung der Tomatenschlacht gibt, ist die folgende die am meisten verbreitete Version:

Die beim Festumzug der „gigantes y cabezudos“ teilnehmenden Jugendlichen befanden sich damals gerade auf dem Dorfplatz, als eine andere Gruppe, die auch am Umzug teilnehmen wollte, damit begann, die Verkleideten zu stoßen. So begann eine Rauferei. Zufälligerweise befand sich in der Nähe ein Gemüsestand und die jungen Leute nutzten die Tomaten, um sich damit gegenseitig zu bewerfen. Seitdem hat sich dieses Schauspiel Jahr für Jahr wiederholt und ist so in kurzer Zeit zur Tradition geworden. Auch kurzzeitige Verbote durch die Regierung konnten das verrückte Spektakel nicht unterdrücken. Heutzutage werden die überreifen Tomaten von der Stadtverwaltung gekauft, früher mussten die Teilnehmer ihre roten Früchte selbst mitbringen.

Dieses seltsame Ereignis hat inzwischen das Interesse zahlreicher Fernsehsender aus aller Welt geweckt, die jedes Jahr nach Buñol kommen, um dieses einzigartige Schauspiel live zu erleben und in ihrem Land davon zu berichten. Daher wurde die Tomatina im Jahr 2002 zum Fest von internationalem touristischem Interesse erklärt.

Tags: BuñolSpanienTomatenTomatinaValencia
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