Nicht alle Katzen sind nachts grau


17 Aug 2007 [23:34h]     Bookmark and Share


Nicht alle Katzen sind nachts grau

Nicht alle Katzen sind nachts grau



Erstmals zum 100jährigen Etosha-Jubiläum gibt es Abend-Safaris

Okaukuejo. Der neunsitzige Landrover ruckelt ueber Schotterwege durch die Dunkelheit. Die Sonne ist vor Stunden im Etosha Nationalpark abgetaucht. Jesiah sitzt am Steuer des offenen Gelaendewagens und schwenkt eine grelle Rotlichtlampe durch die Nacht. Springboecke kreuzen die Piste, ein Giraffenpaerchen durchquert gemaechlich die ueppige Graslandschaft am Wegesrand. Zebras, Gnus und Oryx-Antilopen tummeln sich unbeeindruckt im Lichtkegel des Scheinwerfers, der die Tiere nicht zu stoeren scheint. Erstmals seit Bestehen von Afrikas groeSStem Naturschutzareal koennen ab diesem Jahr Tierbeobachter auch in den spaeten Abendstunden auf Safari gehen. Erfahrene Guides von Nambia Wildlife Resorts sind kundige Begleider der Nachttouren.

Bei Dunkelheit nicht auf eigene Faust

Die Fahrt fuehrt zu einem der 64 Wasserloecher im Park. Das naechtliche Schauspiel am „Rietfontain“ laeSSt verstummen. Einen Steinwurf entfernt labt sich ein Loewenrudel an einem verendeten Spitzmaulnashorn. Die Eelefantenherde samt zahlreichem Nachwuchs laeSSt die Szenerie kalt und streift schnaubend um die Wasserstelle. Weil Touren bei Dunkelheit auf eigene Faust verboten sind, muessen solche Trips bei der staatlichen Organisation gebucht werden. Eine Zweistundenpirsch kostet rund 40 Euro. Ob Tag- oder Nacht-Safari, eine eiserne Regel gilt immer: Niemals das Auto verlassen oder auch nur die Tuere oeffnen. Wird man dabei erwischt, droht Ausweisung.

Der Etosha Nationalpark war am 22. Maerz 1907 vom Gouverneur der damaligen Kolonie Deutsch Suedwest Afrika, Friedrich von Lindequist, zum „Naturschutzgebiet Nr. 2“ deklariert worden, um von Wilderern bedrohte Elefanten, Giraffen und andere Wildtiere zu schuetzen. In den fuenfziger Jahren wurde damit begonnen, den Park systematisch fuer Touristen zu erschlieSSen. Seine Flaeche ist halb so groSS wie die Schweiz.

Natur regelt die Population

Zum 100jaehrigen Bestehen zieht Michael Sibalatani Bilanz. Der Chef der Parkverwaltung zaehlt 200. 000 Besucher pro Jahr, davon uebernachtet die Haelfte in Park-Lodges. Rund 300 Ranger kuemmern sich um Tierbestand und Zustand des beruehmten Vorzeigeareals Namibias, das seinen Namen der riesigen Salzpfanne verdankt. In der Sprache der Ovambo bedeutet Etosha „groSSer weiSSer Platz“. Die Population sei kein Problem, sagt Sibalatani, das regele die Natur selbst. Nur hin und wieder wuerden einzelne Exemplare an andere Parks weitergegeben. Arbeit dagegen bereitete, die zahlreichen Pump- und Solarenergiesysteme funktionsfaehig zu halten. Sie sorgen dafuer, daSS in die 44 kuenstlich bewaessserten Waterholes ausreichend Grundwasser geleitet wird.

Weitere Lodges in Planung

Fuer 2008 erwartet Ranger-Chef Sibalatani ein zehnprozentiges Besucherplus, „weil immer mehr Europaeer, davon viele Indivdualtouristen, das Etosha-Erlebnis suchen und zur Zeit vom guenstigen Wechselkurs des Namib-Dollars profitieren.“ Aber auch aus Suedafrika und Namibia selbst kaemen immer mehr Gruppen, die sich als Tagesgaeste (Eintritt zwischen drei und sechs Euro pro Person) im Park umschauen. Darueber hinaus plane Namibia Wildlife Resorts neben den bereits bestehenden drei internen Unterkuenften fuenf weitere Lodges, von denen zwei im naechsten Jahr bezugsfertig sind.

Ein zentraler Festakt „100 Jahre Etosha Nationalpark“ ist fuer den 28. September im Rastlager Namutoni geplant. Infos: www.nwr.na und www.namibia-tourism.com.

Guenter von Saint-George

Bilder Sibalatani, NWR-Ranger, Wasserloch, Elefanten, Zebras (Fotos: gsg)







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