Holiday Inn und Holiday Inn – Niu Hotels in Deutschland wollen Kindern in den Herbstferien mehr Mitspracherecht im Urlaub geben. Die Häuser führen dafür eine Aktion unter dem Titel „Chief Holiday Officer“ ein: Kinder bekommen laut Unternehmen ein symbolisches Abzeichen und einen Wunschzettel, mit dem sie Aktivitäten ihres Urlaubstags mitgestalten sollen.
Begleitet wird die Aktion nach Unternehmensangaben von einer Umfrage im Auftrag von Holiday Inn unter 750 Eltern mit Kindern bis 12 Jahren in Deutschland. Danach fühlen sich 86 Prozent der Eltern in der Verantwortung, den Familienurlaub zu etwas Besonderem zu machen. 40 Prozent holen demnach aktiv die Meinung ihrer Kinder ein. Besonders häufig sollen Kinder bei Aktivitäten und Ausflügen sowie beim Essen mitreden.
Für Familien klingt die Kernbotschaft angenehm bodenständig: Kinder wollen nach Einschätzung ihrer Eltern vor allem spielen, Abenteuer erleben, spontane Zeit haben und gemeinsam etwas unternehmen – weniger straffe Pläne, mehr Luft zum Urlauben. Das ist nicht gerade die Entdeckung des Jahrhunderts, dürfte aber viele gestresste Eltern beruhigen: Nicht jeder Ferientag muss wie ein Freizeitpark-Fahrplan aussehen.
Zur Einordnung: Befragt wurden hier nach Unternehmensangaben Eltern, nicht die Kinder selbst. Aussagen darüber, was Kinder sich „wünschen“, beruhen also auf der Wahrnehmung der Erwachsenen. Zudem bleibt offen, wer die Umfrage durchgeführt hat, wann sie stattfand und nach welchen Kriterien sie „repräsentativ“ sein soll. Ohne solche Methodendetails sind die Prozentwerte eher ein Stimmungsbild als belastbare Familienforschung.
Holiday Inn gehört zur InterContinental Hotels Group (IHG), einer der größten Hotelgruppen der Welt. Die Marke Holiday Inn selbst wurde 1952 gegründet und betreibt laut verfügbaren Unternehmensangaben Hotels an mehr als 1.100 Standorten.
Zusätzlich wirbt das Unternehmen mit dem Programm „Kids Stay & Eat Free“. Demnach übernachten Kinder bis 17 Jahre kostenlos im Zimmer der Eltern, aber nur Kinder bis 12 Jahre essen gratis von der Kinderkarte. Das klingt ein wenig erleichternd für die Reisekasse. Für Familien entscheidend sind aber die Details – und die nennt das Unternehmen bislang nur teilweise. Unklar bleibt etwa, welche Hotels in Deutschland genau teilnehmen, ob alle Tarife eingeschlossen sind und welche weiteren Bedingungen gelten. Gerade bei Hotelangeboten mit „kostenlos“-Angeboten lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte, damit aus der Kinderfreude kein Eltern-Aha wird.
Wer einen Herbsttrip plant, sollte solche Aktionen deshalb nicht isoliert betrachten. Auch andere Anbieter haben familienfreundliche Modelle im Programm, und oft sind Ferienparks, Aparthotels oder Unterkünfte mit Küche im Alltag praktischer als ein klassisches Hotelzimmer. Ein Vergleich bei Zimmergröße, Verpflegung, Zusatzkosten und echter Familienfreundlichkeit lohnt sich meist mehr als ein hübscher Titel auf dem Wunschzettel.
