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Home News Besserer Service?

Hohes Sicherheitsrisiko für Kinder im Flugzeug

admin by admin
6. März 2009
in Besserer Service?, Familienurlaub, Luftverkehr, Sicherheit
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GEO SAISON Extra und BRIGITTE geben in „Reisen mit Kindern“ Tipps zu Flugreisen mit Kindern

Hamburg – Während Eltern ihren Nachwuchs mit Fahrradhelmen und Autositzen vor Unfällen schützen, gehen sie an Bord von Flugzeugen unwissentlich ein hohes Risiko ein. Der seit Juli 2008 vom Gesetz vorgeschriebene „Schlaufengurt“, den Kleinkinder unter zwei Jahren auf dem Schoß ihrer Eltern benutzen müssen, ist für Babys lebensgefährlich. Die aktuelle Ausgabe von „Reisen mit Kindern“ von GEO Saison Extra und BRIGITTE weist auf diesen Skandal hin.

Bereits 1994 hatte der TÜV Rheinland den „Schlaufengurt“ getestet und für untauglich befunden. Eine großangelegte Studie des Bundesverkehrsministeriums bestätigte das Ergebnis. Rückhaltesysteme dieser Art wurden in Flugzeugen verboten. Das Kind werde vom Erwachsenen erdrückt, der Gurt schneide sich tief in den Unterleib ein und verletze innere Organe, so Crashtest-Experte Martin Sperber vom TÜV Rheinland: „Bei einem Unfall oder einer Notlandung ist vom Tod des Kleinkindes auszugehen.“ Die Vereinheitlichung der EU-Vorschriften und der Druck der Luftfahrlobby führten im vergangenen Sommer dazu, dass der gefährliche Gurt trotzdem auf den Flugzeugen wieder eingesetzt werden muss.

Die sicherste Lösung liegt nahe: Kinderautositze auf einem eigenen Sitzplatz im Flugzeug. Theoretisch ist es heute schon möglich, einen Autositz an Bord zu benutzen, in der Praxis ist dies höchst kompliziert. Nur wenige Autositze tragen den TÜV-Aufkleber „for use in aircraft“ (Maxi-Cosi Mico, Römer Baby-Safe, Storchenmühle Maximum, Luftikid, Römer King Quickfix). Eltern müssen deren Nutzung spätestens zwei Tage vor Abflug anmelden, weil die Sitze nur auf wenige Plätze an Bord passen. Jedes Flugzeug hat eine andere Bestuhlung. Wenn die Airline kurzfristig eine andere Maschine einsetzt, war die ganze Mühe umsonst.

Dabei könnte alles so einfach sein: Eine Fürther Firma produziert seit sechs Jahren den aufblasbaren knapp ein Kilo leichten „Luftikid“, der für fast jeden Flugzeugsitz und für alle Autos zugelassen ist. Das Modell, das usprünglich von den Airlines mit entwickelt wurde, findet aber kaum Abnehmer. Die Lufthansa Technik hat einen Babysitz konzipiert, der fest an Bord installiert ist, hat aber kein Interesse daran, den Prototypen in Serie selbst zu bauen. Der Grund, vermutet Tim von Beveren, Expilot und Autor, ist das Geld: „Ein Platz, auf dem ein Kleinkind sitzt, kann nicht mehr teuer an einen Erwachsenen verkauft werden.“ Kinder fliegen in der Regel 50 bis 70 Prozent günstiger. Auch viele Eltern verzichten auf einen eigenen Sitzplatz für ihr Baby, auf dem Schoß fliegen Kleinkinder bis zwei Jahren quasi kostenlos.

„Reisen mit Kindern“ stellt eine Checkliste vor, mit deren Hilfe Kinder sicher und unverletzt ans Ziel fliegen, benennt die wenigen Airlines, die Kinderautositze zulassen, und Firmen, die geeignete Sitze herstellen. Außerdem im Heft: viele Tipps und Adressen rund um die Familienreise an Ostsee oder Mittelmeer, nach Bayern, Dubai oder Costa Rica, per Rad oder zu Fuß, in ungewöhnliche Hotels (ab 3 EUR pro Nacht) und zu gastfreundlichen Menschen.

Die aktuelle Ausgabe von „Reisen mit Kindern“ kostet 8 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich.

Tags: BRIGITTEFlugreisenGeo SaisonKinderSicherheitsrisiko
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