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Home News Allianzen Kooperationen Kartelle

EU-Projekt FLAVIA: Zehn Unternehmen zeigen, wie Verlagerung geht

Red.4 by Red.4
21. Dezember 2011
in Allianzen Kooperationen Kartelle, Bilanzen & Statistiken, Deutschland, Travelequipment, Umwelt, Verbände
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Schienengüterverkehr hat unausgeschöpftes Potenzial

Berlin – Beim Thema Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene gibt es in Deutschland ein großes unausgeschöpftes Potenzial. Die Allianz pro Schiene verwies am Mittwoch in Berlin auf die aktuellen Zahlen aus der Schweiz, wo der alpenquerende Schienengüterverkehr bis Mitte 2011 einen Marktanteil von über 64 Prozent erreicht hat. Andere europäische Länder, etwa Österreich oder Schweden, kommen auf einen Marktanteil von über 30 Prozent, während Deutschland auch nach dem Ende der Krise bei knapp 18 Prozent liegt. „Die Schweiz hat sich so ehrgeizige Verlagerungsziele gesetzt, dass die Quoten regelmäßig zu nationalen verkehrspolitischen Debatten führen“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin. „Von solchen Debatten sind wir in Deutschland weit entfernt.“

Flege zeigte sich überzeugt, dass der deutsche Schienengüterverkehr, der seit 2003 krisenbereinigt im Aufwärtstrend liegt, bis 2020 einen Marktanteil von 25 Prozent durchaus erreichen könne. „Häufig sind die Unternehmen nämlich aufgeschlossen, es mit der Verlagerung auf die Schiene zu versuchen“, sagte Flege und präsentierte zehn deutsche Verlagerungsbeispiele, die die Allianz pro Schiene im Rahmen des EU-Projektes FLAVIA gesammelt hat. In der Broschüre „Die Bahn bringt’s“ verraten die Cheflogistiker von ThyssenKrupp, Henkel, Nordzucker oder Danone, wie sie die Schiene in ihr Logistikkonzept eingebunden und wie viele Lkw-Fahrten sie damit gespart haben. So verlagerte etwa der baden-württembergische Futtermittelhersteller Josera Transporte von Salz und Calciumcarbonat in der Größenordnung von rund 1.600 Lkw pro Jahr von der Straße auf die Schiene und ließ sich dafür sogar, gefördert vom Gleisanschlussförderprogramm des Bundes, einen neuen Gleisanschluss bauen. „Solche Beispiele sammeln die Partner des EU-Projektes FLAVIA zur Zeit in sieben europäischen Ländern“, sagte Flege. „Die Geschichten sollen für verlagerungswillige Unternehmen zugleich Vorbild und Entscheidungshilfe sein.“

Für EU-Verkehrskommissar Siim Kallas belegen die Beispiele des FLAVIA-Projekts, „dass die Eisenbahn bei den Verladern zunehmend als interessante Alternative zum Lkw angesehen wird, die bei Qualität und Preis mithalten kann“. Entsprechend ehrgeizig sind auch die Verlagerungsziele des neuen EU-Weißbuchs Verkehr: Auf Strecken über 300 km sollen bis 2050 mehr als 50 Prozent des Straßengüterverkehrs auf die Schiene sowie die See- und Binnenschifffahrt verlagert werden.

Foto: Edgar Delmont

Tags: Allianz SchieneEU-ProjektFLAVIAUNternehmenVerlagerung
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