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Home News Deutschland

Düsseldorf: „To be or not to be“ – Hamlet auf den Bühnen der Welt

Red.4 by Red.4
6. Oktober 2008
in Deutschland, Events, Kulturnews
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Ausstellung, Aufführungen, Workshops: Düsseldorf koordiniert internationales Theaterprojekt

Düsseldorf – Kein Theaterstück, keine Figur wird so sehr mit dem Theater identifiziert wie Shakespeares „Hamlet“. In seiner Aufführungsgeschichte spiegeln sich nationale Theater- und Kulturgeschichten, aber auch Weltgeschichte. „Hamlet“ gehört zu den Wunschrollen der großen Schauspieler, die Geschichte des Dänenprinzen zum festen Repertoire des europäischen und des Welt-Theaters. Bearbeitungen und Verfilmungen zeigen die ungebrochene Kraft der shakespeareschen Dichtung.

Unter dem Titel „Hamlet. Europe. Transfer“ startet nun ein internationales Forschungs- und Ausstellungsprojekt, dessen Koordination vom Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf übernommen wird. Ein internationales Programm von Aufführungen, Tagungen, Workshops für Fachwissenschaftler, Theaterleute, Theaterbegeisterte begleitet das Projekt. Im Zentrum steht eine Ausstellung, die als „Leistungsschau“ der Theatermuseen der Welt das Thema „Hamlet“ illustriert. Den Auftakt bildet eine internationale Konferenz, die vom 3. bis 5. Oktober in Düsseldorf stattfindet.

Die Grundidee

Theater entsteht in den Köpfen seiner Zuschauer. Als vergängliche Kunstform ist es am ehesten dem Vergessen ausgesetzt und damit in besonderer Weise auf den Schutz des kulturellen Erbes angewiesen. Einrichtungen der Theaterdokumentation und -forschung bewahren das künstlerische Erbe am Theater, halten die Erinnerung an die künstlerischen Leistungen des Theaters wach und tragen damit zur Identitätsbildung der Nationen bei.

Diese Leistung für die Gemeinschaft soll das Projekt deutlich machen, das sich mit dem Hamlet-Mythos und seinen historischen und nationalen Erscheinungsformen beschäftigt. Es fördert nicht nur die Zusammenarbeit zwischen Archiven, Museen, Forschungseinrichtungen und ausübenden Künstlern, sondern setzt zugleich Maßstäbe für Methoden und Techniken der Präsentation und Kommunikation.

Ausstellung/Programm

Das Hamlet-Projekt ist auf den Zeitraum 2008 bis 2011 ausgelegt. Es gipfelt in einer international konzipierten Ausstellung, die weltweit auf Wanderschaft gehen soll. Angesichts der Fülle von Exponaten wird sie auf jeden Fall die Ausstellungsmöglichkeiten des Düsseldorfer Theatermuseums sprengen und deshalb an einem Ort präsentiert, der noch ausgewählt werden muss.

Die Hamlet-Ausstellung macht die physischen Quellen dieses weltweiten Mythos zugänglich. Als „Leistungsschau“ der Theatermuseen und -sammlungen der Welt dokumentiert und kreiert sie das Bild dieser einzigartigen Theaterfigur. In der jeweiligen nationalen Rezeption spiegeln sich gesellschaftliche und kulturelle Eigenarten. Die Besucher der Ausstellung lernen die jeweils eigene Aufführungsgeschichte kennen und schärfen im vergleichenden Blick auf die übrigen nationalen Aufführungstraditionen das Verständnis für die jeweilige nationale Eigenart.

Ein internationales Programm von Aufführungen, Tagungen, Workshops für Fachwissenschaftler, Theaterleute, Theaterbegeisterte begleitet das Projekt, schafft Möglichkeiten zu Austausch und Vergleich und befördert damit die eigene nationale wie die gemeinsame Identität. Eine eigene Internetplattform dient der Kommunikation unter den Beteiligten und informiert die interessierte Öffentlichkeit über den Stand des Projektes.

Beteiligt sind Forschungs-, Lehr- und Dokumentationseinrichtungen für darstellende Künste (Theater, Film), für Sprache, Literatur und Kultur, einzelne Theater mit einer besonderen Hamlettradition oder -affinität, internationale und nationale Theaterverbände, in deren Zuständigkeits- und Tätigkeitsbereich der internationale Austausch fällt. Dazu zählen unter anderem: Theatermuseum Kopenhagen, die Unis Hagen, Düsseldorf, Leipzig, Paris (Sorbonne), Deutsche Shakespeare-Gesellschaft, Gesellschaft der historischen Theater Europas, Globe-Theater (London), Niederländisches (Amsterdam) und Polnisches Theaterinstitut (Warschau), Staatliches Theatermuseum A. Bahkrushin (Moskau), Staatliches Museum für Musik und Theater (St. Petersburg).

Tagung

Den Auftakt bildet eine internationale Konferenz, die vom 3. bis 5. Oktober im Düsseldorfer Theatermuseum stattfindet. Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, erfahrene Theatertheoretiker, aber auch Künstler sind als Teilnehmer und Sprecher eingeladen. Die Konferenzsprache ist Englisch. Interessierte sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist gebührenfrei.

Hamlet

Der Stoff entstammt der lateinischen Geschichte der Dänen, die von Saxo Grammaticus zwischen 1180 und 1208 verfasst wurde. Das vierte und fünfte Buch erzählt von einem jungen Prinzen namens Amlethus, der den Mord an seinem Vater Horwendil rächen möchte. Dazu täuscht er dem dänischen Hof und seinem Onkel Fengon Wahnsinn vor. Doch Fengon bemerkt die Vortäuschung und versucht Amlethus durch Fallen und Tricks zum Scheitern zu bringen. Doch Amlethus kann sich retten und schließlich den Mord an seinem Vater durch Fengon rächen.

Eine ganze Reihe von Dichtern beschäftigte sich schon vor Shakespeare mit dieser Geschichte. François Belleforest schrieb 1567 den Bericht Saxos in abgeänderter Form in einer Serie tragischer Gedichte nieder. Ein weiteres Schauspiel eines unbekannten Autors hat die tragische Geschichte des dänischen Prinzen zum Inhalt.

Hinweise für einen „Ur-Hamlet“ gibt es bereits 1589. Shakespeare schrieb sein Trauerspiel um 1600. Es ist jedoch unklar, welchen Quellen Shake- speare seinen Hamlet zu verdanken hat. Es ist aber anzunehmen, dass eine ganze Reihe von Inspirationen dem Werk Pate stand. Erste Aufführungen sind für 1602 in London und 1603 in Oxford und Cambridge nachgewiesen.

Für viele Schauspieler wie Sir Laurence Olivier, Gustaf Gründgens oder Klaus Maria Brandauer bedeutete die Rolle des Hamlet den krönenden Moment ihrer Karriere. Auch eine Anzahl hervorragende Schauspielerinnen fühlten sich zu der Rolle berufen, darunter die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, der dänische Star des Stummfilms Asta Nielsen und in jüngster Zeit, in einer britischen Produktion, Frances de la Tour.

Tags: AusstellungDuesseldorfHamletTheaterprojektWorkshops
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