Andalusien: DAS ÖLMUSEUM “HACIENDA LA LAGUNA”


28 Jun 2006 [12:05h]     Bookmark and Share




Der Anbau von Olivenbäumen und die Gewinnung von Olivenöl ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Andalusien, der viele Arbeitsplätze sichert.

Spanien hat heute einen Marktanteil von 30%, was die weltweite Produktion von Olivenoel anbelangt. Davon wird 40%  in Andalusien hergestellt, 25% allein in der Provinz Jaen. 50% seines Olivenoels verbraucht  Spanien im eigenen Land, 50% werden exportiert.

Das OElmuseum “Hacienda La LagunaE280? im nahe gelegenen Naturpark “La LagunaE280? in der Provinz Jaen traegt diesem bedeutsamen Wirtschaftszweig Rechnung. Die Hacienda, auf deren Gelaende mehr als 100.000 Olivenbaeume wuchsen, diente im 19. Jahrhundert als OElfabrik und Bodega. 1993 erwarb die andalusische Landesregierung das Anwesen und formte daraus den “Consorcio Hacienda La LagunaE280?, dem heute neben dem Museum eine Hotelfachschule, ein Hotel, ein Schuelerwohnheim und zwei Restaurants angehoeren. Im angeschlossenen „Garten der VielfaltE280? wachsen 30 verschiedene Olivenarten aus dem gesamten Mittelmeerraum (Syrien, Tuerkei, Griechenland, Nordafrika, Italien, Frankreich, Spanien). Insgesamt gibt es jedoch 260 verschiedene Olivensorten, als deren Urvater der Olivenbaum „Acebuche“ gilt. Der Ursprung des Olivenbaumes wird zwischen Syrien, Iran und dem Kaukasus vermutet. Die Phoenizier fuehrten ihn im Mittelmeerraum ein, und die Spanier brachten ihn nach Suedamerika. Heute ist der Olivenbaum sogar in Australien zu finden.

Die Olivenernte findet je nach Sorte zwischen November und Februar statt; im Maerz werden die Olivenbaeume geschnitten und im August/September alte AEste und Wurzelschoesslinge entfernt, die dem Baum Kraft und Vitamine nehmen.

Im OElmuseum sind eine Reihe von alten Pressen zu sehen, doch besonders eindrucksvoll ist eine ehemalige Turmpresse, die aus dem 19. Jahrhundert aus einem Landhaus in der Naehe von Andujar stammt. In dem 4-eckigen Schacht ueber der Presse befindet sich ein 8000 kg schwerer Stein, der mit seinem Gewicht das OEl aus den zuvor gemahlenen Oliven presst.

Nach der ersten Pressung oder Kaltpressung, aus dem das Olivenoel „virgen extra“ gewonnen wird, wird Wasser erhitzt, mit der restlicher Olivenpaste vermischt und noch 2-3 Mal nachgepresst.

Im Dachzimmer der Turmpresse wurde ein Zimmer eingerichtet, wie es typisch fuer die damaligen Landarbeiter ist.  Die zur Hacienda gehoerende Bodega, die 1848 von einem polnischem Ingenieur konstruiert  wurde, wird wegen ihrer auβergewoehnlichen Architektur und der fuer das 19. Jahrhundert  typischen Kuppel auch „Kathedrale des OEles“ genannt. Ihre zehn Depots fassen je 100.000  Liter OEl.

Im Museums-Shop koennen die Besucher Olivenoele der Qualitaet “virgen extraE280?, aber auch die unterschiedlichsten Produkte aus Oliven wie Marmelade, Pasteten, Shampoos, Cremes oder Seifen erwerben, denn das Olivenoel birgt viele gesundheitsfoerdernde Aspekte: Olivenoel senkt den Cholesterinspiegel, schuetzt Herz und Knochen, heilt Wunden, wird zur Behandlung von trockener Haut, Schuppen, Akne, Verbrennungen, oder Narben eingesetzt und sogar als Gegengift oder Abfuehrmittel verwendet.

Weiter Informationen unter www.museodelaculturadelolivo.com







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