Abschlusskonferenz des EU-Projektes ECORails in Berlin


23 Jun 2011 [16:41h]     Bookmark and Share


Abschlusskonferenz des EU-Projektes ECORails in Berlin

Abschlusskonferenz des EU-Projektes ECORails in Berlin



Energieeffizienz durch umweltfreundliche Vergabe

Berlin – Im Rahmen des EU-Projektes ECORailS treffen am heutigen Donnerstag Akteure aus sechs europäischen Ländern zur Abschlusskonferenz in Berlin zusammen, um ihren Leitfaden zur Reduzierung von Energieverbrauch und Lärmbelästigung im Schienenverkehr vorzustellen. Mit ihm werden öffentliche Einrichtungen in Europa, die Nahverkehrsleistungen vergeben (im Folgenden: Aufgabenträger), erstmals über ein praxisnahes Instrument verfügen, dessen Sofort-Anwendung eine spezifische Energie-Ersparnis von fünf Prozent möglich macht. Der Leitfaden entstand in zweijähriger Projektarbeit unter Federführung des Allianz pro Schiene-Umweltfachmanns Matthias Pippert.

Systematische Verzahnung von Akteuren des Schienenverkehrs

Inhalt des EU-Projekt ECORailS war die Entwicklung einer europaweiten Zusammenarbeit von Akteuren des Schienenverkehrs, um die Energieeinsparung systematisch voranzutreiben. Denn im europäischen Schienenpersonennahverkehr ließen sich enorme Energiemengen einsparen, wenn Eisenbahnverkehrsunternehmen, Bahnindustrie und Aufgabenträger besser vernetzt und Vergabeprozesse optimiert wären. Auch Umweltinnovationen am Markt könnten dann effizienter genutzt werden. Der nun vorgestellte Leitfaden bündelt diese Markterkenntnisse und liefert eine detaillierte Expertise. Die Kernaussage des Leitfadens fasst Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege zusammen: „Wir können festhalten, dass eine umweltorientierte Vergabepraxis den europaweiten Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Schienenpersonennahverkehr bei Sofort-Anwendung um 5 Prozent und bis 2020 um 15 Prozent vermindern kann.“

Umweltorientierte Vergabepraxis fördert Energieeffizienz

Denn die entscheidende Erkenntnis lautet: Die größten Einsparpotentiale liegen in der energiesparenden Fahrweise und diese lässt sich durch eine optimierte Vergabepraxis beeinflussen. Bei künftigen Vergaben sollen beispielsweise Indikatoren wie kWh pro Sitzplatzkilomenter eine größere Rolle spielen. Darüber hinaus stellt der Leitfaden einen Katalog von elf energiesparenden Technologien und operativen Maßnahmen vor oder zeigt rechtssichere Textbausteine für umweltfreundliche Vergaben von Nahverkehrsleistungen auf. Matthias Pippert: „Dieser Leitfaden schafft große Chancen für die Aufgabenträger, denn nun können sie aktiv auf Energieverbrauch und Lärmbelästigung einwirken. Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Hilfestellung in Europas Regionen großen Anklang findet und unsere Vorschläge zur energiesparenden Fahrweise umgesetzt werden – inklusive einer Verbesserung der Rahmenbedingungen bei Fahrplan und Infrastruktur.“ Der Allianz pro Schiene-Förderkreissprecher Klaus Baur begrüßte die Fokussierung des Leitfadens auf den Energieverbrauch. „Der Energieverbrauch sollte bei der Vergabe von Nahverkehrsaufträgen stärker berücksichtigt werden als bislang. Auch eine langfristige und verlässliche Vergabestrategie ist wichtig, damit die Innovationsanstrengungen der Industrie honoriert werden. Und nicht zuletzt müssen die Bewertungskriterien transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar sein“, sagte Baur.

Vorabtest: Einsparpotentiale in Rumänien bei 30 Prozent

Der ECORailS-Leitfaden wurde bereits in vier Regionen getestet: Berlin-Brandenburg, die Lombardei (Italien), Kopenhagen/Öresund (Dänemark) und Timisoara (Rumänien) standen beispielhaft für die sehr unterschiedlichen Startbedingungen in den Ländern der Europäischen Union. Und das Ergebnis überzeugte: Aus dem Stand konnten die Auftraggeber rund 5 Prozent der Energiekosten einsparen, Messfahrten ergaben sogar Einsparpotentiale von 16 Prozent (Italien) bis hin zu 30 Prozent in Rumänien – je nach Fahrstil.

Als weitere deutsche ECORailS-Projektpartner engagierten sich die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik (TSB-FAV), die Technische Universität Berlin (TU Berlin) sowie die Strategie- und Managementberatung KCW.

Foto: Edgar Delmont







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