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Home News Allianzen Kooperationen Kartelle

Weniger Fluglärm durch Satellitennavigation

Red.4 by Red.4
8. September 2010
in Allianzen Kooperationen Kartelle, Besserer Service?, Luftverkehr
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Foto: Carstino Delmonte

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Air Berlin erprobt leisere Anflüge

Berlin: Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin erprobt in einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) und der Fraport AG neue, lärmgeminderte Anflugverfahren. Eine Boeing 737-700 der Air Berlin führt am 6. September am DLR-Forschungsflughafen Braunschweig-Wolfsburg 13 unterschiedliche Anflüge durch, während am Boden Lärmmessungen stattfinden.

Eine effektive Lärmreduzierung ist zum einen durch Lärmvermeidung, zum anderen durch Lärmverlagerung möglich. Dafür testet Air Berlin gekrümmte Anflugverfahren, mit denen künftig bewohnte Gebiete umflogen werden können. Bei den Forschungsflügen in Braunschweig werden Anflüge auf den Flughafen Frankfurt am Main simuliert. Der Flugbetrieb am verkehrsreichsten deutschen Flughafen lässt die Erprobung lärmgeminderter Anflugverfahren nicht zu.

Lärmverlagung hingegen ist durch einen später einsetzenden Sinkflug möglich. Dabei fliegt die Air Berlin-Boeing  in Braunschweig steilere Anflugwinkel als die sonst üblichen drei Grad. Während der Validierungsflüge werden neben den Lärmmessungen auch die Auswirkungen der Verfahren auf das Flugzeug und die Arbeitsabläufe der Crew überprüft.

Air Berlin setzt bei den Validierungsflügen in Braunschweig das neue bodengestützte Satelittennavigationssystem GLS (Global Position Landing System) ein. GLS ermöglicht im Gegensatz zum herkömmlichen Instrumentenlandesystem (ILS), das nur gerade Anflüge erlaubt, auch gekrümmte und steilere Anflüge.

Für Air Berlin bedeutet Satellitennavigation neben einer Lärmreduzierung für die Flughafenanrainergemeinden auch eine bessere Kosteneffizienz. Mittels GLS können auch bei schlechter Sicht oder auf geografisch ungünstig gelegenen Flughäfen ohne Instrumentenlandesystem Landeanflüge punktgenau durchgeführt werden. Warteschleifen oder das Ausweichen auf umliegende Airports werden damit unnötig.

„Je wetterunabhäniger und flexibler wir unsere Flüge gestalten können, desto stabiler werden wiederum unsere Flugpläne“, sagt Christoph Debus, Chief Commercial Officer bei Air Berlin. „Das bedeutet noch mehr Zuverlässigkeit und Komfort für unsere Passagiere. Darüber hinaus können wir mit GLS unseren Kerosinverbrauch senken und schonen dadurch die Umwelt.“

Air Berlin ist weltweit die einzige Fluggesellschaft, die das neue Satelittennavigationssystem auch im normalen Flugbetrieb nutzen darf. Das Luftfahrtbundesamt hatte der Airline im November 2009 die Genehmigung für Landeanflüge der Kategorie 1 (CAT1) erteilt. Alle seit Juni 2007 an Air Berlin ausgelieferten Boeings der Typen 737-700 und -800 sind mit GLS ausgestattet. Bis 2013 soll die gesamte Boeingflotte über das Global Position Landing System verfügen.

Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net

Tags: FluglärmLuftverkehrSatellitennavigationWeniger
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