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Home Allgemein

Die Straße als Museum – lebhafte Streetart-Szene von Buenos Aires als Quelle des Stolzes für die Bewohner der Stadt

Red.4 by Red.4
27. Mai 2017
in Allgemein, Destinationen, Events, Fernreisen, Kulturnews, News, People & Gossip, Reisezusatzleistungen, Travelequipment
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Foto: Casrtino Delmonte

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Unter der Militärdiktatur Ende der achtziger Jahre blühte die Streetart-Szene in Buenos Aires erstmals auf. Junge Menschen aus der Mittelschicht machten ihren Emotionen Luft und nutzten die freien Flächen der Stadt, um ihre Meinung zu äußern. Mit der Finanzkrise 2001 sprangen auch die Kreativen der Stadt auf den Straßenkunstzug auf und protestierten mit Farbe und Inspiration gegen den zunehmenden Verfall der Stadt.

Buenos Aires – Bis heute haben die Straßenkunstwerke in Buenos Aires zumeist eine politische Motivation, zeigen die gegenwärtigen Missstände auf und wetteifern dabei mit den barocken und neoklassizistischen Gebäuden der Stadt.

Inzwischen hat sich Buenos Aires in der internationalen Streetart-Szene einen Namen gemacht, kürzlich nannte Lonely Planet Argentiniens Hauptstadt unter den Top 8 Streetart-Städten der Welt. Ein Grund hierfür ist, dass die Kunst im öffentlichen Raum nicht verboten sondern ausdrücklich erwünscht ist. Die meisten Künstler sind tagsüber am Werk und kommen dabei in Kontakt mit Bewohnern und Besuchern. Anders als in Deutschland bedarf der Künstler keiner offiziellen Genehmigung sondern nur der Erlaubnis des Eigentümers des Gebäudes, bevor er sich ans Werk machen kann. Diese Erlaubnis wird – bei Gefallen des Motivs – gern erteilt, denn für die meisten Porteños ist die Straßenkunst ein Ausdruck von Freiheit und eine Möglichkeit, die Stadt zurückzuerobern.

Der Stolz der Stadt auf ihre Kunst wird auch bei den Streetart-Touren spürbar, die mehr und mehr angeboten werden und mehr über die Hintergründe ausgesuchter Motive und die Lebenswerke bekannter Künstler verraten. Auch Besuche von Galerien und Werkstätten stehen dabei auf dem Programm. Das ganze Jahr über finden Veranstaltungen und Streetart-Festivals statt, um bestimmte Gegenden der Stadt zu verschönern und internationale Künstler nach Buenos Aires zu bringen. Mitte März wurden beim zweiten Color BA insgesamt 27 Fassaden auf einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmeter gestaltet.  Beim Festival für urbane Kunst TRAMA hatten Künstler aus aller Welt zwischen Dezember 2016 und April 2017 die Möglichkeit, den urbanen Raum in der Gemeinde Tres de Febrero neu zu beleben.

Bei einer derart lebhaften Streetart-Szene entstehen täglich neue, aufsehenerregende Kunstwerke. Ein beliebtes Thema ist aktuell die Armenküche im Stadtviertel La Boca, wo Kinder aus der Gegend eine warme Mahlzeit bekommen. Sowohl der Argentinier Ever Siempre als auch der Frankfurter Case Ma’Claim widmeten der sozialen Einrichtung ein Mural in der Stadt der Engel.

Tags: ArgentinienBuenos AiresKunstLateinamerikaStreetart
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