Bundesregierung plant weitere Restriktionen im Segelsport


20 Mrz 2007 [08:32h]     Bookmark and Share




Der Zugang zum Wassersport wird drastisch
erschwert! Die Bundesregierung plant tief greifende Reformen und errichtet neue bürokratische Hürden für Segler und Motorbootfahrer. das berichtet das Magazin Yacht in seiner aktuellen Ausgabe.

Bielefeld  – Die Kennzeichnungspflicht für Yachten auf Seeschifffahrtsstraßen soll kommen, ebenso wie eine folgenreiche Ausrüstungspflicht sowie verschärfte Bedingungen im Führerscheinwesen. Und die Wassersportverbände, denen sich dadurch zusätzliche Einnahmequellen erschließen, wirken an dem neuen Regelwerk maßgeblich mit. Die Zeche
zahlt der Segler.

Jetzt wird’s ernst für den deutschen Segelsport. Die YACHT, Europas größtes Segelmagazin, berichtet in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe von schwer wiegenden Reformvorhaben. Eine kostenpflichtige
Kennzeichnung, quasi ein Nummernschild fürs Boot, ist ebenso vorgesehen wie eine Beschränkung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See und weit reichende Ausrüstungsvorschriften. Damit würden nicht nur zusätzliche Geräte verlangt, etwa spezielle UKW-Funkanlagen, sondern gleichfalls die
erforderlichen Lizenzen für deren Bedienung. So wird das ohnehin exorbitante Regulierungs- und Kostenniveau im Fahrtensegeln noch wesentlich erhöht.

Der Anlass für diese Überlegungen ist überaus fragwürdig. Die Initiatoren in Bundesverkehrsministerium und Verbänden begründen die Maßnahmen mit Sicherheitsbedenken, obwohl die Unfallzahlen seit Jahren konstant niedrig liegen. Für einen Anstieg des Risikos beim Segeln gibt es keinerlei Indiz, geschweige denn einen Beleg.
Ausgewiesene Branchenkenner verneinen unisono jeglichen Handlungsbedarf. Sogar die Versicherer, die Schadensfälle und Entwicklungen als Erste registrieren. Das bestätigte Jürgen Tracht,
Geschäftsführer beim Bundesverband  Wassersportwirtschaft (BWVS), dem Hamburger Magazin: „Wir haben ganz objektiv kein  Sicherheitsproblem“.


Weithin unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben verschiedene Gremien dennoch einen Katalog von Grausamkeiten erarbeitet, die den vollmundig angekündigten Deregulierungs- und Entbürokratisierungsbemühungen diametral zuwider laufen. Und die Bedrohung ist akut. Gerhard Philipp Süß, Generalsekretär des Deutschen Segler-Verbands (DSV), erklärt in der YACHT, „die Thematik“ befinde sich „in der Umsetzungs-, nicht in der Diskussionsphase.“

Eine entsprechende Antwort der Bundesregierung vom 14. März auf eine Kleine Anfrage der FDP bestätigt das. 

Neben Kennzeichnungs- und Ausrüstungspflicht birgt die Reform des Führerscheinwesens besonderen Zündstoff. Nicht nur wird die Beschränkung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See „auf zu
bestimmende Gewässer“ erwogen, so die  Bundesregierung auf die FDP-Anfrage. Darüber hinaus sind erhebliche Erweiterungen der Ausbildungsinhalte und eine Standardisierung der Prüfungsvorbereitung vorgesehen. Autodidaktisches Lernen etwa wäre dann nicht mehr möglich, die Kandidaten würden gezwungen, entsprechende Kurse zu belegen – und zu bezahlen.

Der DSV, formal Interessenvertreter von 1350 Vereinen und etwa 190 000 Seglern, hat die Einladung der YACHT zu einem runden Tisch zu der Thematik ausgeschlagen. Er ist mit der Durchführung entsprechender, kontenintensiver Prüfungen beliehen, etwa für Führerscheine und Funklizenzen. Der Verband war zudem an dem Entwicklungsprozess der Reformen beteiligt und soll laut BWVS-Mann
Tracht künftig auch für die Erteilung der Kennzeichen zuständig sein.

So verfestigt sich der „Eindruck“, wie in einem gemeinsamen Positionspapier von BWVS, dem Deutschen Boots- und Schiffbauerverband und dem ADAC nachzulesen, „dass vor allem diejenigen das
Regelungsniveau beeinflussen, die davon wirtschaftlich profitieren“.

Den kompletten Report mit Hintergründen und Stellungnahmen zu den

brisanten Reformprojekten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der YACHT, die ab dem 21. März am Kiosk erhältlich ist.







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