Urlaubsstart: Die schönsten Wochen des Jahres?


22 Jul 2013 [10:31h]     Bookmark and Share


Urlaubsstart: Die schönsten Wochen des Jahres?

Urlaubsstart: Die schönsten Wochen des Jahres?



Falsche Erwartungen und unnötiger Stress stehen der erhofften Entspannung häufig entgegen

Bad Säckingen – Wohl kaum einem Ereignis blicken wir mit so viel Erwartung und Vorfreude entgegen wie dem großen Sommerurlaub. Doch Entspannung, Spaß und Erholung stellen sich nicht auf Knopfdruck ein. „Tatsächlich werden gerade in den Ferien Beziehungskonflikte, Lebenskrisen oder bestehende Erkrankungen erst offenbar“, sagt Michael Berner, Chefarzt der Rhein-Jura Klinik in Bad Säckingen.

Als Burn-Out-Spezialist beobachtet er in der Praxis immer wieder, dass gerade lang ersehnte Auszeiten für viele Menschen nicht den erhofften Erholungseffekt bringen. Was Sie tun können, damit Ihr Urlaub tatsächlich eine wohltuende Auszeit vom Alltag wird, stellen wir in einer vierteiligen Serie vor.

Teil 1: Sorgen Sie für einen guten Start!
Koffer packen, Auto laden, eine Route festlegen oder die Fahrt zum Flughafen organisieren – gerade der Beginn einer Urlaubsreise gerät oft zu einer Fortsetzung des Alltagsstress. Wer sich erschöpft und ausgebrannt fühlt, sollte vor allem jetzt gut darauf achten, sich nicht zu überfordern.

 

Diese Tipps helfen dabei:

* Nicht „überplanen“: Wer seinen Urlaub perfekt organisieren will, setzt sich dabei oft gehörig unter – unnötigen – Druck: Alles bis ins kleinste Detail vorauszuplanen, mag bei einer Expedition in die Sahara nötig sein. Wer ein gängiges Ferienziel bereist, kann sich getrost darauf verlassen, dass sich viele Dinge auch vor Ort regeln lassen. Versuchen Sie gar nicht erst, jede Kleinigkeit im Vorhinein festzulegen. Wer locker und unbeschwert bleibt, hat mehr vom Urlaub!

* Verantwortung teilen: Laden Sie sich nicht die gesamten Vorbereitungen auf Ihre Schultern. Die gemeinsame Reise sollte auch als Gemeinschaftsaktion beginnen! Wer mit Kindern wegfährt, sollte auch ihnen kleine Aufgaben übertragen. Das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, sorgt bei allen Beteiligten für gute Laune – und das Gefühl, allein vor einem Berg von Pflichten zu stehen, kommt gar nicht erst auf. „Zudem ist es eine tolle Chance,
Zusammengehörigkeitsgefühl  und Kommunikation in Partnerschaft und Familie zu stärken. Dass einer für alle anderen arbeitet, passiert ja im Rest des Jahres oft genug“ , so Berner.

* Lösungen für alle suchen: Mit anderen eine Reise anzutreten, bedeutet immer auch, unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. „Damit das gelingt, gilt es, den anderen zuzuhören und ihren Wünschen mit Respekt zu begegnen. Wichtig ist, dabei nicht die eigenen Bedürfnisse zu vergessen“, betont Michael Berner. Denn wer mit dem Gefühl losfährt, er habe um des lieben Friedens willen in allem nachgegeben, wird sich im tiefsten Inneren meist doch
unzufrieden und übergangen fühlen.

*Erschöpfung erkennen: „Erschöpfung ist wie eine Warnleuchte im Auto und ruft nach Boxenstopp“, so Burnout-Spezialist Berner. Alarmsignale für eine Überforderung seien u.a. innere Unruhe, ständige Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Gerade bei einer so ausgeprägten Erschöpfung falle es vielen Menschen schwer, in den Ferien mal einen Gang runterzuschalten. „Wer dann statt Strandurlaub die Super-Aktiv Urlaubsvariante mit immer mehr
durchgedrücktem Gaspedal plant, dreht nur weiter an der Erschöpfungs- und Leistungsschraube.“ Entscheidend für Erholung ist, sich nicht selbst unter Druck zu setzen und stattdessen der Entspannung Priorität einzuräumen.

* Rechtzeitig loslegen: Auch wenn es im Job oft gerade vor dem Urlaub noch besonders viel zu erledigen gibt – vermeiden Sie es, alle Urlaubsvorbereitungen auf den letzten Tag zu schieben. Oft gerät man dadurch so unter Druck, dass die Reise mit Hektik und Streit beginnt. Vieles, wie etwa das Packen einer Reisapotheke oder die Routenplanung, lässt sich bereits lange vorher anpacken.

* Achtsam Vorbereiten: „Auch ein Marathonläufer denkt zu Beginn erst einmal nur an einen guten Start – und nicht an die gesamten 42 km, die vor ihm liegen. Ebenso sollten sich man auch zu Beginn einer Reise auf den Moment zu konzentrieren und in Ruhe eines nach dem anderen erledigen“, rät Chefarzt Berner. Mit dieser Einstellung wird es möglich, z.B. bereits das Packen nicht als lästige Pflicht zu betrachten. Arbeiten Sie gelassen einen Punkt nach dem anderen ab und
lassen Sie dabei viel Platz für Vorfreude!

* Achtsam unterwegs: Machen Sie die Anreise zu einem Teil des Urlaubs. Dazu gehört, nicht völlig erschöpft mitten in der Nacht zu starten, nur, um das Ziel einen halben Tag vorher zu erreichen. Entspannt und ausgeruht anzukommen, spart letztendlich Ferienzeit. Und: Ver-meiden Sie aufreibende 14-Stunden-Touren am Stück. Wer unausgeruht startet und sich anschließend derart überfordert, lebt mit einem erhöhten Unfallrisiko. Nicht selten findet der selbst
gemachte Druck ein Ventil in Streitigkeiten mit der Familie. Gönnen Sie sich ein ruhiges Reisetempo und „echte“ Pausen: Längere Autofahrten führen oft durch interessante Ge-genden, in denen sich ein kurzer Stopp mit Besichtigungsprogramm anbietet. Ein kleiner Spaziergang durch eine romantische Altstadt mit einem Eis für alle gehört später vielleicht zu den schönsten Ferienerinnerungen. Ein weiterer Tipp: Packen Sie die restlichen Vorräte von zu Hause in die Kühltasche und gönnen Sie sich ein Picknick abseits großer Straßen.

Foto: Edgar Delmont







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