Taxizentralen kontern mit App „Taxi Deutschland“


12 Mai 2012 [07:24h]     Bookmark and Share




Wenns schnell gehen muss an fremden Orten: Wie lautet die Nummer der nächsten Taxizentrale? Taxi-Apps fürs Smartphone sollen helfen, halten aber nicht immer was sie versprechen.

Frankfurt – Besitzer von Smartphones fummeln oft bei jeder Gelegenheit an ihren Dingern rum: Im Restaurant, in Bahn, Flugzeug, Bus, auf der Strasse oder auch beim joggen,brötchenbestellen und im Gespräch mit langweiligen Gesprächspartnern. Überall dort werden smarte Nutzer jetzt ihr Leben wieder ein Stück beschleunigen. Landesweit können mit den mobilen Geräten Taxen in Sekundenschnelle bestellt werden. Was bisher bundesweiten oder regionalen Zentralrufen vorbehalten war, erledigen mehrere Taxiapps jetzt mit zwei Fingerklicks. Sowohl für I-Phone- als auch für Android-Handy-Besitzer gibt es solche Apps. Sie versprechen viel, halten aber nicht immer alles.

„Die App „Taxi Deutschland“ funktioniert in jeder Kleinstadt.“ behauptet der Anbieter der App, die offenbar schon länger existiert und sie laut Firmenangaben jetzt relauncht hat um ständig besser zu werden. Beim heutigen Herunterladen im Android Market PlayStore war das Ergebnis aber zumindest für die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf und zugleich dicht besiedelste Metropolenregion Europas eher ein Flopp. Zwar soll man der App als allererstes seinen Namen und Telefonnummer anvertrauen damit sie auch funktionieren kann. Im Ergebnis erhält man dann jedoch nicht mehr als eine Telefonbuchauskunft in der die Nummer einer Taxizentrale aufgeführt ist. Da muß man dann noch anrufen.

Eine ähnlichen „Service“ bietet die Telefonauskunft auch online – allerdings ohne Angabe der persönlichen Koordinaten und anonym. Fazit: „Funktioniert nicht in meiner Stadt“ lautet denn auch der Kommentar eines Nutzers im PlayStore. Und etwas anderes können auch wir nicht berichten.

Offenbar haben die Macher, zwei große Taxizentralenbesitzer aus Frankfurt und Hamburg, die angeblich aus non-profit-Gründen das Projekt betreiben den Zeitgeist noch nicht erkannt: „Time is money“ lautet bei vielen eiligen Geschäftsleuten und Taxikunden nicht nur in der Messemetropole Düsseldorf die Devise. Und nicht etwa auf Komikerneudeutsch „Comes time – comes advice“.

Deutlich besser ist da die App von „MyTaxi“. Hier muss man zunächst keine persönlichen Daten wie Name und Telefonnummer direkt eingeben. Allerdings muss man auch dieser App den GPS-Zugriff erlauben. Witzig ist dann in der Benutzung der kleine Stadtplan auf dem man nicht nur sich selbst sieht, sondern auch kleine gelbschwarze Taxischildchen, die sich in der Gegend um einen herum bewegen. Es sind dies die Taxifahrer, die ebenfalls dem MyTaxi-System angeschlossen sind. Ein Anruf dort ist ebenfalls nicht nötig. Den Wagen bestellt man sich schnell und bequem durch einen weiteren Tastendruck. Laut Betreiber kommen bei MyTaxi nicht nur immer mehr Taxiunternehmen hinzu, die App funktioniert auch bereits an einigen ausländischen Standorten wie zum Beispiel in Zürich. Damit hat MyTaxi auch das Zeug für eine Globalisierung à la McDonalds, dem die unzähligen kleinen und regionalen Anbieter wohl nur begrenzt mit lokalen Zusatzdiensten und Extraservices entgegen halten können – zumindest für eine kurze Zeit.

Foto: Carstino Delmonte







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