Ostern in Ouro Preto – Barocke Vergangenheit zum Greifen nah


05 Apr 2012 [13:42h]     Bookmark and Share


Ostern in Ouro Preto – Barocke Vergangenheit zum Greifen nah

Ostern in Ouro Preto – Barocke Vergangenheit zum Greifen nah



Wer an Brasilien denkt, denkt an traumhafte Strände, üppige Vegetation und quirliges Großstadtleben. Doch Brasilien birgt auch wahre Perlen der Architektur.

Brasília – Ouro Preto, 1179 Meter hoch in den Bergen von Minas Gerais gelegen,  ist eines dieser Juwelen. Gerade in der Karwoche lohnt sich ein Besuch der Barockstadt.

Ouro Preto gelangte im 18. Jahrhundert zu Reichtum durch den Abbau des Goldes, das der Stadt auch ihren Namen gab: Ouro Preto heißt Schwarzes Gold, schwarz wegen der leichten Verfärbung durch Eisenoxid. Am Höhepunkt des Goldrausches hatte die Stadt 100.000 Einwohner und galt als die größte und reichste Stadt der Neuen Welt. In den Minen, von denen der Staat Minas Gerais seinen Namen erhielt, wurden neben Gold auch Diamanten und Topaze abgebaut.

Ouro Pretos Stadtbild ist geprägt von der Architektur der Kolonialzeit. Zu Goldgräberzeiten erbaut, zeigt sich die Stadt als eine ganz eigene Mischung von europäisch inspirierter Bauweise und einem neuen brasilianischen Stil. Die gut erhaltene Altstadt mit ihren originalen Kopfsteinpflastern zählt zum architektonisch Schönsten, was Brasilien zu bieten hat. Seit 1980 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.
 
Zeitreise in den Barock
Die Karwoche ist die ideale Zeit, in die verträumten Gassen der Stadt einzutauchen. Páscoa, wie Ostern auf Portugiesisch heißt, wird mit vielen Messen und Nachtwachen begangen. Die Prozessionen, bei denen Statuen der Heiligen Maria und Christi von den Gläubigen durch die Straßen getragen werden, sorgen für eine ganz besonders feierliche
und mystische Stimmung. Danach stärkt sich der Besucher für weitere Entdeckungen am besten mit der „Pasçoca“, einer Art Marzipan, welches die Brasilianer zu dieser Zeit besonders gern naschen.

Das Stadttheater, übrigens das älteste Theater Brasiliens, wunderschöne Herrenhäuser und prachtvolle Kolonialpaläste mit ihren verzierten Balkonen und überdachten Eingängen, barocke Brunnen wie der Chafariz dos Contos (Märchenbrunnen) und Steinbrücken, sowie die alten Minen, die man als Tourist besichtigen kann, und das Mineralogische Museum
versetzen den Besucher in die große Vergangenheit der Stadt. Und nicht zu vergessen: das alles ist umgeben von der sattgrünen Natur der Berge von Minas Gerais.

Die Kirchen von Ouro Preto
Aber zur Osterzeit sind es natürlich vor allem die barocken Kirchen Ouro Pretos, die zu einem Besuch einladen. Die Igreja de São Francisco de Assis wurde 1766 von Antonio Francisco Lisboa, genannt „Aleijadinho“, erbaut und ist ein herausragendes Beispiel für den Barock in Minas Gerais. Reizvoll ist hier vor allem das für Europäer ungewohnte
Deckengemälde, eine Mischung aus Herzen, Engeln und Heiligen mit original brasilianischen Merkmalen. Der Hauptaltar überrascht durch das sympathische und menschliche Aussehen seiner Figuren. Die um 1732 erbaute Igreja Nossa Senhora do Rosário lädt den Besucher zu einem Spaziergang im barocken Kreuzgang. Die Igreja de Santa Ifigênia wurde der Legende nach zwischen 1720 und 1785 von Chico Rei erbaut. Der flüchtige Sklave und sein Stamm benutzten das Gold der Mine Encardideira, um das Innere der Kirche auszuschmücken. Ein Geheimtipp: von hier hat man eine fantastische
Aussicht auf die Stadt.
 
 
Beste Reisezeit
Das Klima in Minas Gerais ist tropisch und feucht, die Regenzeit dauert von Dezember bis März. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 17 °C, schwankt aber im Sommer zwischen 15 und 26 °C und im Winter zwischen und 23 °C. Die beste Reisezeit liegt zwischen August und Dezember.

Foto: Embratur







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