Das Elsass – glasklar


15 Sep 2011 [14:28h]     Bookmark and Share


Das Elsass – glasklar

Das Elsass – glasklar



Die internationale Glasbiennale „SiO2nH2O Illuminations and Transitions“ zu Gast im Elsass vom 14. Oktober – 28. November 2011

Straßburg – Vorhang auf heißt es für den zweiten Teil der internationalen Glasbiennale „SiO2nH2O Illuminations and Transitions“, der vom 14. Oktober bis 28. November im „Feuerland“ Elsass stattfindet. Nach ihrem ersten Teil in Venedig und Murano macht sie nun in der farbenfrohesten Region Frankreichs Station. Hier hat Handwerkskunst, bei der Feuer zum Einsatz kommt, Tradition. An zwölf symbolträchtigen Orten (Museen, Privatstiftungen, Kunsthochschulen…) werden die Werke von etwa 60 internationalen Künstlern zu sehen sein. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen technischen und künstlerischen Möglichkeiten eines Rohstoffs, der viel zu oft verkannt wird. Die Biennale ist das europäische Treffen für glasbegeisterte Liebhaber und Sammler von zeitgenössischer Kunst!

Organisiert wird die Biennale von der „European Studio Glass Art Association“ (ESGAA). Wunsch ihres Präsidenten Laurent Schmoll ist es, Glasskulpturen zu der Wertschätzung zu verhelfen, die sie verdienen. An bedeutenden europäischen Orten soll deshalb die Vielfältigkeit des künstlerischen Schaffens im Bereich der Glaskunst gezeigt werden. Zwischen dem Elsass und Venedig entsteht so ein kultureller Dialog zu einem Thema, das beide Regionen verbindet: ihre „kulturelle Identität“. Diese ist nämlich untrennbar mit der Tradition der Glaskunst verbunden. Gut besucht waren mit fast 100.000 Neugierigen die beiden italienischen Ausstellungen im Palazetto Bru Zane in Venedig und im Glasmuseum in Murano. Dies lässt hoffen, dass auch die elsässischen Ausstellungen auf großes Echo stoßen werden. Die Feinheit dieses Materials, das mit dem Licht spielt und die Phantasie der Künstler, die es zu zähmen verstehen, ermöglichen den Besuchern überraschende Entdeckungen.

In Straßburg zeigt der Conseil Général des Departements Unterrhein die Arbeiten tschechischer Studenten aus Usti nad Labem. Die Werke von Raymond Martinez findet man in der Cour des Boecklin, die von Maurice Marinot im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. La Chaufferie öffnet Caroline Prisse ihre Türen und Silvi Simon ist in La Chambre zu Gast. Die Galerie Radial Art Contemporain widmet ihre Ausstellung Alexander Ketele, Augustin Till und Gauthier. In Erstein, nur wenige Kilometer von der elsässischen Hauptstadt entfernt, funkelt das Glas nicht weniger im Licht. Anlässlich der Biennale findet im Museum Würth vom 15. Oktober 2011 bis 4. März 2012 die Ausstellung „Eclats! Le musée se met au verre … contemporain“ (Glanzvolle zeitgenössische Kunst) statt. Ihr Titel klingt wie der eines Manifests. Das Besondere? Es handelt sich frankreichweit um die erste Retrospektive der Studioglasbewegung, die in den 60er und 70er Jahren entstand (Stanislav Libenský). Diese Kultbewegung hat die Glasherstellung revolutioniert, indem sie sie aus den großen Manufakturen und Kristallfabriken in kleine individuelle Ateliers verlegte, in denen kreativere Ausdrucksformen möglich waren. Auch Arbeiten nordamerikanischer Künstler (Tom Patti, Harvey Littleton), zeitgenössische Installationen (Anais Dunn) sowie verschiedene Arbeiten aus der europäischen Kunstszene (Caroline Prisse, Keiko Mukaide, Jean-Michel Othoniel) werden ausgestellt. Ziel ist es, die Vielseitigkeit der verschiedenen Techniken in der Glaskunst zu zeigen, von klassischen Herstellungsverfahren über Neon-Kunst (Francois Morellet) bis hin zu Video-Installationen aus Glasfasern (Tony Oursler). Ebenfalls zu finden sind hier großformatige Werke, die an der Schnittstelle zwischen Architektur und Design stehen (Bert Frjins, Udo Zembok, Vincent Breed, Josepha Gasch-Muche). Auch das Museum SARS Poterie (Michele Perozéni) in Nordfrankreich und das CIAV (Internationales Zentrum für Glaskunst) in Meisenthal (Lothrignen) beteiligen sich an der Biennale.

Die originellste Glas-Kreation wird am 19. Oktober 2011 mit dem Preis für zeitgenössische Glaskunst „International Strasbourg Glass Prize“ ausgezeichnet. In diesem Jahr erhält ihn die Künstlergruppe Sandrine Isambert, Thibaut Nussbaumer und Michel Schaeffer für ihre Montage „In Out“. Die Arbeiten der Finalisten und Preisträger sind in den Räumen der Bank CIC Est ausgestellt.

Foto: Atout France







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