Trend entwickelt sich weiter: INDUSTRIETOURISMUS IN SPANIEN


16 Feb 2011 [08:53h]     Bookmark and Share


Trend entwickelt sich weiter: INDUSTRIETOURISMUS IN SPANIEN

Trend entwickelt sich weiter: INDUSTRIETOURISMUS IN SPANIEN



Auf den ersten Blick mögen die Konzepte „Urlaub“ und „Produktion“ völlig widersprüchlich erscheinen, doch „Industrietourismus“ ist bereits ein Trend

Barcelona – Auf den ersten Blick mögen die Konzepte „Urlaub“ und „Produktion“ völlig widersprüchlich erscheinen, doch zeigt es sich, dass der sogenannte „Industrietourismus“ bereits Trend ist. Immer mehr Urlauber haben Interesse daran, Industriedenkmäler, Technologien, Herstellungsweisen, Produkte und Handwerkstraditionen kennenzulernen, die für verschiedene Regionen Spaniens typisch sind. Die Nachfrage nach dieser Art von Tourismus besteht bereits seit längerer Zeit, jedoch wird das Angebotsspektrum ständig erweitert.

In vielen Fällen ziehen Firmen und Unternehmen keinen direkten Gewinn aus den Werksbesichtigungen, sondern sie dienen vielmehr dazu, das Vertrauen der Verbraucher in eine bestimmte Firma oder Marke zu gewinnen oder das Produkt-Image zu verbessern. Und häufig trifft der Verbraucher, der sich nicht allein mit der Produktbeschreibung auf dem Etikett zufriedengibt, sondern das Werk besucht, eine gute Entscheidung, da er möglicherweise viel Interessantes über besondere Industrie- und Handwerkstraditionen erfährt.

Besonders aktiv in dieser Art von Tourismus ist Katalonien. Durch das Industrie-Tourismus-Netzwerk XATIC fördert die Autonomiegemeinschaft mehr als 30 Gemeinden in Katalonien. So gibt die Stadtverwaltung von Barcelona einen Führer mit 100 Vorschlägen für Ausflüge in Fabriken und andere Einrichtungen rund um die Hauptstadt heraus. Der Leitfaden klärt beispielsweise darüber auf, wo man sich über die Herstelllung von Cava informieren lassen und nebenbei, wie etwa im Weingut Codorniu, noch die Kellereianlage des modernistischen Architekten Puig i Cadafalch besichtigen kann. Interessenten finden Hinweise auf die „Route des Papiers“ in Capellades und Castellbisbal, auf ein Kraftwerk, Nahrungsmittelhersteller oder Textilfabriken wie die faszinierende Colonia Güell.

In Toledo hat die Handelskammer der Stadt einen umfassenden Führer durch die gesamte Provinz ausgearbeitet, in dem alle Unternehmen aufgelistet sind, die Führungen durch ihre Einrichtungen anbieten. Großen Raum nehmen hierbei alle möglichen Arten von Lebensmittelherstellern ein. Auf dem Programm stehen Bodegas, Käsefabriken, Marzipanhersteller, Mühlen, Bauernhöfe, Straußfarmen, Süßigkeiten- und Wurstfabriken. Besondere Erwähnung verdienen an dieser Stelle die unzähligen kleinen Handwerksbetriebe, die sich auf traditionelle Handwerkszweige spezialisiert haben. Dazu gehören neben Schreinereien und Schmieden die Stickereien von Lagartera, Navalcan und La Campana de Oropesa, die Sattlereien von Talavera und Los Montes, die Keramikwerkstätten von Talavera und Puente del Arzobispo. Mit mehr als 16 verschiedenen Routen rund um die Hauptstadt und durch die Provinz Toledo haben die Reisenden die Qual der Wahl. In Kastilien-la Mancha lohnt sich auch ein Besuch des Parks für Wissenschaft und Technik in Albacete, der Ende 2001 entstand.

Auch Sevilla verfügt über einen Führer als wichtige Orientierungshilfe für Interessenten des Industrietourismus. Die Provinz Huelva ist schon seit Langem auf diese Art von Tourismus vorbereitet. Bei einer Fahrt mit dem Zug durch die bizarre Landschaft des Minengebiets Rio Tinto werden die Besucher in die Welt der Erzgewinnung eingeführt. Das angeschlossene Bergbaumuseum gibt eine Übersicht über die 5000-jährige Geschichte des Minenabbaus.

In der Provinz Valencia kann man der „Stadt des Porzellans“ in Tavernes Blanques einen Besuch abstatten. Sie befindet sich im Besitz der Firma Lladró, die hochwertige Porzellanfiguren herstellt. Das Porzellan-Museum ist auch allein wegen Gemälden des impressionistischen Malers Sorolla lohnenswert.

Naschkatzen kommen in der Provinz Alicante auf ihre Kosten. Süss und aufschlussreich gestaltet sich ein Besuch des Nougat- Museums von Jijona, in dem der Produktionsprozess der Schleckerei aus Mandeln ausführlich erläutert wird.

Kinder werden ihre besondere Freude am Institut für Spielzeugtechnologie in Ibi haben, das sich ebenfalls in der Provinz Alicante befindet. Dort werden die neuesten Spielzeugmodelle entwickelt. In der „Ludothek Valle del Juguete“ können Kinder und Erwachsene die Neuheiten austesten und ihre Meinung dazu abgeben.

Weitere Infos unter:
www.xatic.cat
www.turismepropbarcelona.cat
www.turismoindustrial.es
www.turismo.sevilla.org
www.turismoindustrialalbacete.com
www.parquemineroderiotinto.com
www.lladro.com
www.aiju.info

Foto: Carstino Delmonte







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