Alexander der Große geht auf Reisen


14 Sep 2009 [06:01h]     Bookmark and Share


Alexander der Große geht auf Reisen

Alexander der Große geht auf Reisen



Staatsministerin Kühne-Hörmann übergibt römische Porträtbüste aus Schloss Erbach als Leihgabe für Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim

Eines der Prunkstücke der Sammlungen im Schloss Erbach, das Marmorbildnis Alexanders des Großen geht auf Reisen: Die römische Porträtbüste wird vom 3. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010 in der Sonderausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim zu sehen sein. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann übergab die aus dem 2. Jahrhundert nach Christus stammende Büste dafür heute dem Zweiten Direktor der Reiss-Engelhorn-Museen, Dr. Michael Tellenbach. „Mit den Erbacher Sammlungen besitzt das Land Hessen einen in Deutschland einzigartigen Schatz, der weit über die Region ausstrahlt“, sagte die Ministerin unter Hinweis auf zahlreiche Leihanfragen für Ausstellungen.
So ist die Erbacher Büste des römischen Feldherrn Germanicus momentan als eines der zentralen Objekte der Ausstellung zur Varus-Schlacht „Imperium Konflikt Mythos“ unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin in Detmold zu sehen. Im vergangenen Jahr war zum Beispiel die rheinland-pfälzische Landesausstellung zum Thema Burgen und Ritter in Koblenz mit einer ganzen Reihe von Leihgaben aus dem Rittersaal in Erbach bestückt. Der Alexander-Kopf selbst war im Rahmen der Ausstellung „Ägypten – Griechenland – Rom“ 2005/2006 für drei Monate im Städelmuseum in Frankfurt zu sehen.
Für die „Arche Nebra“, das multimediale Besucherzentrum nahe dem Fundort der spektakulären Bronzescheibe, wurde sogar eigens eine Kopie einer bronzezeitlichen Streitaxt aus dem Erbacher Schloss angefertigt. Diese Streitaxt ist das Referenzobjekt für die Himmelsscheibe von Nebra, mit dessen Hilfe das Alter der weltweit ältesten bisher bekannten konkreten Himmelsdarstellung genau eingegrenzt werden konnte.
„Wir freuen uns sehr über die Leihgabe der Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessens“, sagte Dr. Michael Tellenbach. „Bei der Alexanderbüste handelt es sich um ein besonders beeindruckendes und seltenes Porträt des legendären makedonischen Herrschers. Ab Oktober wird er in den Reiss-Engelhorn-Museen sicher eine breite Öffentlichkeit in seinen Bann ziehen.“
Der Erbacher Alexander-Kopf – eine römische Kopie nach einem griechischen Original – gilt als bedeutendste und am besten erhaltene Version des frühesten offiziellen Bildnistyps von Alexander dem Großen. Auf der ganzen Welt existieren nur noch zwei weitere römische Kopien davon: Sie befinden sich heute in den Staatlichen Museen zu Berlin und im neuen Akropolis-Museum in Athen. Die Büste trägt in der Wissenschaft die Bezeichnung „Alexander Erbach“.
Das Original entstand vermutlich vor 336 vor Christus, also zu Lebzeiten Alexanders des Großen (356-323 v.Chr.), und gilt als sein frühestes Porträt. Es war vermutlich Teil einer Ehrenstatue des damaligen Kronprinzen. Die Datierung ergibt sich daraus, dass die für spätere Alexanderdarstellungen typische Kopfwendung fehlt. Das Bildnis zeigt einen Jüngling mit langem gelocktem Haar und den charakteristisch aufgesträubten Strähnen in der Stirnmitte. Diese so genannte Anastolé galt als Ausdruck löwenhaften Muts. Das Porträt zeigt Alexander also nicht als Feldherrn oder Eroberer, sondern als griechisches Idealbild eines schönen und umfassend gebildeten Jünglings.
Der Kopf wurde 1791 in den Trümmern des antiken Tivoli bei Rom, wohl in der Villa des Kaisers Hadrian, gefunden und im selben Jahr von Graf Franz I. zu Erbach-Erbach auf seiner Italienreise erworben.

Foto: www.hmwk.hessen.de







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