Düsseldorf ist die NRW-Lesehauptstadt


12 Mai 2009 [17:15h]     Bookmark and Share


Düsseldorf ist die NRW-Lesehauptstadt

Düsseldorf ist die NRW-Lesehauptstadt



Stadtbüchereien mit Rekordbilanz 2008/Modernisierungsprogramm und Leseförderung als Teil des Erfolgs

Düsseldorf – Das Geschäftsjahr 2008 hat den Stadtbüchereien Düsseldorf nicht nur einen erneuten Zuwachs an Besuchern und Entleihungen gebracht, sondern mit der neuen Stadtteilbücherei an den Düsseldorf Arcaden auch eine höchst effiziente Erweiterung des städtischen Bücherei-Systems: Mit 4.748.421 Medienausleihen ist Düsseldorf unangefochtener Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen. Am Dienstag, 12. Mai, stellten Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Büchereidirektor Dr. Norbert Kamp die Bilanz 2008 vor, verbunden mit einem Ausblick auf die künftige Entwicklung.

2008 haben die Kunden der Stadtbüchereien deren Einrichtungen (Zentralbibliothek, 13 Stadtteilbüchereien, Kinderbücherei Hassels und Bücherbus) mehr als 1, 4 Millionen Besuche abgestattet. Dass sich die Landeshauptstadt erneut auch als Lesehauptstadt platzieren konnte, verdankt sie einer umsichtigen und zukunftsorientierten Bibliothekspolitik, die vor allem auf die Erfolgsbausteine „gezielte Standort-Investitionen“ und „Leseförderung mit Partnern“ setzt.

Gezielte Standort-Investitionen

1. Die neue Bücherei Bilk

Mit der Eröffnung der neuen Bücherei Bilk wurde eine 15 Jahre alte Lücke im Netz der Düsseldorfer Stadtbüchereien geschlossen. Die starke Inanspruchnahme der Bibliothek übertrifft alle optimistischen Erwartungen und macht deutlich, wie sehr eine Stadtteilbücherei in diesem dicht bewohnten Bezirk gefehlt hat. Die Bücherei wurde am 20. September 2008 eröffnet und registrierte bereits 1.700 Neukunden.

2. Der Masterplan: Kaiserswerth 2008, Garath 2009, Flingern 2010

Im Jahr 2001 begann in Gerresheim die Umsetzung des städtischen Masterplans „Modernisierung der Stadtteilbüchereien“, die 2010 mit Flingern zum Abschluss kommen wird. Die bisherigen Gesamt-Investitionen für elf Büchereien belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro Umbaukosten und eine Million Einrichtungskosten. Zusätzlich erfährt jede renovierte Stadtteilbücherei eine Bestandserneuerung im Wert von 15.000 Euro. 2008 wurde die Bücherei Kaiserswerth modernisiert, 2009 folgt die Bücherei Garath. Die Arbeiten in Garath sollen am 15. Juni beginnen und Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Umbaukosten sind mit 1.074.000 Euro (inklusive Freizeitstätte) veranschlagt; für die Einrichtung stehen weitere 100.000 Euro zur Verfügung.

3. Umbau der Zentralbibliothek 2011

Die Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz soll nach 25 Betriebsjahren umgebaut und neu möbliert werden, weil sie in ihrer heutigen Funktionalität dem Kundenansturm nicht mehr gewachsen ist. Die Ergebnisse der Kundenbefragung 2007 haben zudem gezeigt, dass sich die Kundenerwartungen an eine Bibliothek dieser Größenordnung seit ihrem Bestehen nachhaltig gewandelt haben.

4. Die onlineBibliothek

Kundinnen und Kunden der Stadtbüchereien Düsseldorf können die onlineBibliothek 24 Stunden am Tag von jedem internetfähigen PC aus kostenlos nutzen. Zur Verfügung stehen e-Audios, e-Books, e-Music, e-Papers und e-Videos. Aktuell werden 40 Prozent der Entleihungen außerhalb der Bücherei-Öffnungszeiten absolviert.

Leseförderung mit Partnern

Leseförderung betreiben die Stadtbüchereien Düsseldorf nicht erst seit dem PISA-Schock 2001. Die bildungspolitische Diskussion hat sie jedoch zu einer noch engeren Vernetzung mit Schulen und Kindertagesstätten veranlasst. Daneben wurden potente Partner und Sponsoren ins Boot geholt. Dank der vielfältigen Projekte konnte 2008 die Zahl der Neuanmeldungen von Vorschulkindern um 63 Prozent gesteigert werden.

1. Vorlesepaten (Initiative Düsseldorf liest vor) – seit 2005

Von den 393 registrierten Interessenten für das Ehrenamt als Vorlesepate haben die Stadtbüchereien Düsseldorf bereits 284 mit dem Seminar „Spannend und gut vorlesen – wie geht das?“ qualifiziert, davon 55 Teilnehmer im Jahr 2008. 150 Paten sind in 62 Kindertageseinrichtungen und neun Büchereien aktiv im Einsatz. Für sie finden in der Zentralbibliothek moderierte Patentreffs zum Erfahrungsaustausch statt, bei denen natürlich auch Büchertipps gegeben werden. Vorlesepaten erhalten einen kostenlosen Leseausweis.

2. Kleine Löwen lernen lesen (Bürgerstiftung) – seit 2007

Die Stadtbüchereien Düsseldorf bieten spezielle Führungen für Vorschulkinder an. Zielsetzung ist, dass jedes Kind noch vor seinem Schuleintritt eine Bücherei kennengelernt haben soll. Die Bürgerstiftung sorgt dafür, dass jedes Kind, das mit seiner Kindertagesstätte die Bücherei besucht, zur Erinnerung ein eigenes Buch mit nach Hause nehmen darf. So wird eine erste Bindung aufgebaut.

3. SommerLeseClub (Stiftung Heinze) – seit 2008

2008 haben sich die Stadtbüchereien Düsseldorf mit drei Stadtteilbüchereien erstmals an der bundesweiten Kampagne SommerLeseClub beteiligt. Von den Teilnehmern zwischen 9 und 13 Jahren wurden über 2.500 Bücher entliehen. 280 Kinder lasen drei und mehr Bücher und erhielten das begehrte Zertifikat. Der eifrigste Kandidat brachte es auf 45 Bücher in sechs Wochen. 2009 wird der SommerLeseClub an sechs Standorten der Stadtbüchereien angeboten.

4. x-tra für Jungs (Freundeskreis) – seit 2008

Jungen gelten als die nachweislichen Verlierer der Bildungsreform. Zwei Drittel aller Schulabbrecher sind Jungen. Nur 21,7 Prozent schaffen die Hochschulreife, während es bei den Mädchen knapp 30 Prozent sind. Mit x-tra für Jungs wollen die Stadtbüchereien Düsseldorf dieser Entwicklung entgegenwirken. Mit 34.000 Euro Fördermitteln wurden 2.000 neue Titel angeschafft, die die besonderen Interessen und Lesegewohnheiten der Jungen berücksichtigen. Die Bücher und Hörbücher werden mit einem speziellen Aufkleber gesondert präsentiert. Dazu gibt es actionreiche Veranstaltungen, in die zum Beispiel populäre Sportler eingebunden werden.

5. Der Lesegarten (Stiftung Heinze) – neu!

Mit dieser neuen Veranstaltungsreihe sollen 2009 erstmals Mütter und Väter von Kindern im Alter unter drei Jahren als Zielgruppe angesprochen werden. Viele Eltern wissen nicht, wie bereits bei den Allerkleinsten die Kommunikationsfähigkeit und das Interesse an Bildern und Texten gefördert werden können. Durch ein regelmäßiges Programm- und Medienangebot für Schoß- und Krabbelkinder soll ihnen zur ersten Begegnung mit Büchern verholfen und so eine frühe Kundenbindung angelegt werden.







  • Palma.guide



Kontakt zum Verfasser der Nachricht:










    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    *
    *