Air New Zealand setzt auf umweltfreundlichen Biotreibstoff


26 Aug 2008 [18:30h]     Bookmark and Share




Bis zum Jahr 2013 will Air New Zealand jährlich mindestens eine Million Barrel Biotreibstoff zur Betankung ihrer Flotte einsetzen.

Chief Executive Officer Rob Fyfe zeigt sich zuversichtlich, dass in den nächsten fünf Jahren die dafür erforderlichen Mengen umweltfreundlichen Treibstoffs zur Verfügung stehen, die auch den strengen Kriterien der Airline entsprechen. „Air New Zealand hat sich verpflichtet, eine Führungsrolle beim Test von umweltverträglicheren Treibstoffen zu übernehmen. Wir sind überzeugt, dass unsere harte Arbeit mit Partnern wie Boeing, zusammen mit den Anstrengungen Gleichgesinnter, früher zu Erfolgen führen, als es viele erwarten. Die Luftfahrtbranche sollte diese fundamentale Veränderung bei den Treibstoff-Optionen begrüßen. Ziel ist es, bis 2013 mindestens zehn Prozent unseres jährlichen Verbrauchs durch Biokraftstoffe zu decken. Untersuchungen zeigen, dass nachhaltige Treibstoffe zu einer signifikanten Reduzierung von CO2-Ausstößen und damit zu vierzig bis fünfzig Prozent niedrigeren Kohlenstoffbelastungen führen können.“

Als nächsten Schritt wird Air New Zealand den weltweit ersten Testflug eines Großraumflugzeuges durchführen, dessen Biodiesel aus der Jatropha-Pflanze gewonnen wurde. Dieser Air New Zealand Boeing 747-400 Flug mit Rolls Royce-Triebwerken soll im vierten Quartal 2008 in Auckland abheben. Der Termin ist vorbehaltlich der letzten behördlichen Genehmigungen und Kraftstoff-Tests des Triebwerkherstellers.

Jatropha – oder Purgiernuss – ist eine Pflanze, die bis zu drei Meter hoch wächst. Ihr Samen hat einen hohen Anteil an Ölen, die nicht verzehrt, aber für die Gewinnung von Brennstoffen genutzt werden können. Der Ölanteil des Samens beträgt zwischen 30 und 40 Prozent. Das robuste Gewächs gedeiht auch unter schwierigen Bedingungen, beispielsweise in trockenen, nicht kultivierungsfähigen Zonen.

Rob Fyfe betont, dass es drei Kriterien für umweltfreundlichen Biodiesel gibt, die für Air New Zealand unabdingbar sind. Diese betreffen die Bereiche Soziales, Technik und Wirtschaftlichkeit: „Zunächst muss die Gewinnung nachhaltig und nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln sein. Zweitens muss der Treibstoff qualitativ zumindest so gut sein, wie das Produkt, das wir heute nutzen. Drittens sollte er erheblich günstiger und gleichzeitig jederzeit verfügbar sein.“

Das Jatropha-Öl, das Air New Zealand für den Testflug nutzen möchte, stammt von nachhaltig betriebenen Plantagen in Südost-Afrika (Malawi, Mozambik und Tansania) sowie Indien. Voraussetzung bei der Auswahl der Anbaugebiete war für Air New Zealand, dass die Felder innerhalb der letzten 20 Jahre nicht als Wald- oder Weideland genutzt worden waren. Die Qualität der ausgewählten Böden und das Klima sind für den Anbau von Nahrungsmitteln ungeeignet. Die Plantagen werden vom Regen und nicht künstlich bewässert.

„Jatropha erfüllt unsere Kriterien und es ist wahrscheinlich, dass in den nächsten fünf Jahren die Mengen zur Verfügung stehen, die wir benötigen. Es liegen uns Angebote von Organisationen in Asien und Afrika vor, die uns die Mengen garantieren würden, um unsere Ziele bis 2013 zu erreichen. Dies ist besonders attraktiv, wenn man bedenkt, dass die Kerosinpreise in jüngster Zeit auf bis auf 174 US-Dollar pro Barrel gestiegen sind. Die Kosten für Jatropha liegen mindestens 20 bis 30 Prozent darunter,“ erklärt Rob Fyfe weiter.

Als größte Herausforderungen in der nächsten Phase sieht der Air New Zealand CEO, ein stabiles Liefersystem zu entwickeln. Rob Fyfe: „Wir sind bereit, mit gleichgesinnten Partnern, darunter die Regierung von Neuseeland, zusammenzuarbeiten, um die Raffinerie- und Liefersysteme zu entwickeln.“

Jedoch sei es unwahrscheinlich, dass Jatropha der einzige Treibstoff ist, den Air New Zealand testet. Rob Fyfe: „Auch Algen bieten für die Luftfahrtbranche sehr interessante Möglichkeiten. Rund um den Globus arbeiten Hunderte von Wissenschaftlern an Lösungen, um die für Flugzeugtreibstoff notwendigen Mengen zu erzielen. Einige der hellsten Köpfe sind hier in Neuseeland. Wir hoffen, dass wir mit ihnen und anderen Partnern zusammenarbeiten können. Wir wollen unseren Anteil leisten, dass Air New Zealand und unser Land greifbare Schritte tun, um unsere Umwelt zu verbessern.“







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