Mit der SeaFrance-Fähre über den Kanal nach Calais


02 Aug 2008 [16:40h]     Bookmark and Share


Mit der SeaFrance-Fähre über den Kanal nach Calais

Mit der SeaFrance-Fähre über den Kanal nach Calais



Dover. Alle Möwen sehen aus als ob sie Emma hießen, spöttelte einst Altliterat Christian Morgenstern. Diese Möwe muss Emma heißen. Eine von vielen, die sich achtern auf dem Fähr-Schiff „Rodin“ tummeln. In wenigen Minuten verläßt die Fähre den Hafen von Dover

Mit der SeaFrance-Faehre ueber den Kanal nach Calais

Fernfahrer und Touristen genieSSen das Schiffsangebot auf unterschiedlichste Art

Dover. Alle Moewen sehen aus als ob sie Emma hieSSen, spoettelte einst Altliterat Christian Morgenstern. Diese Moewe muss Emma heiSSen. Eine von vielen, die sich achtern auf dem Faehr-Schiff „Rodin“ tummeln. In wenigen Minuten verlaeSSt die Faehre den Hafen von Dover auf dem Weg nach Calais. Fahrzeit: Eine Stunde und dreiSSig Minuten. An Bord sind Bus- und Fernfahrer, Touristen und Tagesausfluegler. 46 mal ueberqueren die fuenf Schiffe der SeaFrance taeglich mit bis zu 25 Knoten pro Stunde den AErmelkanal. Rund um die Uhr ist die Flotte im Auftrag des einzigen franzoesischen Faehrunternehmens auf dieser Strecke unterwegs. 17 Seemeilen sind es von Dover bis zum Kontinent.

Im „Les Routiers“, der Selbst-Bedienungs-Restauration fuer Berufspendler, treffen wir auf Kevin Lightly. Der Busfahrer aus Brighton begleitet eine Touristengruppe. 48 Best-Agers wollen nach Deutschland an den Rhein. Die Reise fuehrt nach Lahnstein zum Spektakel „Rhein in Flammen“. Vier Tage dauert die Tour. Burgen-Besichtigungen stehen auSSerdem auf dem Programm der englischen Ausfluegler. Driver Kevin Lightly ist praktisch ein Mal pro Woche mit Touristen auf oder unter dem AErmelkanal unterwegs. Waehrend er sich im „ Les Routiers“ Eier, Schinken und Speck zum guenstigen All-in-Preis schmecken laeSSt, lobt er Komfort und Puenktlichkeit der SeaFrance-Schiffe. Manchmal waehlt er den Tunnelweg. „Aber auf dem Wasser sei ihm lieber als darunter, laeSSt er wissen. Am Nebentisch sitzt ein anderer „Rodin“-Passagier. Als Berufs-Fernfahrer hat er in Bristol Bagger geladen, die nach Kiew transportiert werden. Die Ruhepause waehrend der AErmelkanal-Querung ist fuer ihn willkommene Abwechslung.

Feiner und gediegener geht es im Restaurant La Brasserie zu. Hier speisen Passagiere an weiSS gedeckten Tischen. Koeche mit Diplom lassen Erlesenes servieren. Dazu werden franzoesische Weine oder gar Champagner gereicht. Ein Kreis touristischer Kontinet-Entdecker ist aus Canterbury angereist. Es geht nach Suedfrankreich. Voller Vorfreude auf bevorstehende Urlaubstage ist sich das Grueppchen mit Blick auf die Zerstreuungen an Bord sicher:“ Der Weg ist das Ziel“.

Guenstiges Shoppen zum Beispiel. „La Boutique“, gleich unter der Kommandobruecke ist regelmaeSSig Tummelplatz fuer Schnaeppchenjaeger, die auf der Suche nach preiswerten Mitbringseln die Regale durchstoebern. Das Geschaeft praesentiert sich als Schaufenster franzoesischer und englischer Edelprodukte. Ein tausend Parfuemerie- und Kosmetikartikel fuehrender Hersteller machen den Bordeinkauf ebenso zum Erlebnis wie die groSSe Auswahl an Geschenkideen, Edel-Alkoholika und landestypischen Genuessen. „Die Preise entsprechen denen in Duty-Free-Geschaeften“, muntert Eric Ezelin zum Bummel auf. Er muSS es schlieSSlich wissen. Als erster Purser auf der „Rodin“ gehoert auch das Bordgeschaeft zu seinem Job.

Vom guenstigen Einkauf koennen auch Passagiere profitieren, die einfach nur mal eben ueber den Kanal schippern moechten. Diese speziellen UEberfahrt-Programme bietet SeaFrance unter dem Namen „Croisieres Bleu Marine“ an. Die Mini-Kreuzfahrten ohne Landgang inkludieren neben der Hin- und Rueckfahrt ein Menue nach Wahl und musikalische Bordunterhaltung.

Guenter von Saint-George

(Bilder: Guenter von Saint-George und SeaFrance)

Als erste Faehre mit ueber 200 Meter Laenge wird die „SeaFrance Moliere“ ab Sommer 2008 die Haefen Calais und Dover verbinden. Das Faehrschiff ist fuer rund 1. 200 Passagiere eingerichtet. Auf den Parkdecks finden 480 Pkw und 110 Lkw Platz. Mit dem Flottenzuwachs erhoeht sich die Transportkapazitaet um 17 Prozent. Das Unternehmen wurde 1996 als Tochter der franzoesischen Eisenbahngesellschaft SNCF gegruendet. Infos: www.seafrance.com







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