Petra – eines der Neuen Sieben Weltwunder im Herzen Jordaniens


28 Mrz 2008 [08:53h]     Bookmark and Share


Petra – eines der Neuen Sieben Weltwunder im Herzen Jordaniens

Petra – eines der Neuen Sieben Weltwunder im Herzen Jordaniens



Unbestritten die größte touristische Attraktion Jordaniens ist Petra, die rosarote Nabatäerstadt im Süden des Landes, die oft als das achte Weltwunder bezeichnet wird und ist seit Juli 2007 offiziell eines der Neuen Sieben Weltwunder.

Initiiert wurde die weltweite Kampagne von der N7W Stiftung. Diese 2001 gegruendete Organisation steht fuer die Mission, Kulturerbe der Menschheit weltweit zu schuetzen. Ende des Jahres 2005 wurden 21 Kandidaten aus 77 nominierten Kulturstaetten von einer internationalen Jury ausgewaehlt. Die Finalisten wurden am 01. Januar 2006 in Zuerich vorgestellt und standen seitdem zur weltweiten Abstimmung per Internet oder SMS bereit. Am 07. Juli 2007 wurden die sieben meist gewaehlten Kulturstaetten zu den Neuen 7 Weltwundern gekuert.

Sonja Arnold, Leiterin des Informationsbueros Jordanien: “ Wir sind auSSer uns vor Freude, dass Petra eines der Neuen 7 Weltwunder geworden ist. Petra verzaubert Besucher bereits seit Jahrhunderten und  diese weltweite Anerkennung hat Petra mehr als verdient. Wir sind davon ueberzeugt, dass dies einen positiven Effekt fuer Jordanien als touristische Destination als auch fuer das Land selbst haben wird.“

Die sogenannte Koenigin der Karawanenstaedte ist das bedeutendste Kultur-denkmal Jordaniens. Geschuetzt in einem Bergkessel gelegen und von auSSen vollkommen uneinsehbar war die verborgene Stadt aus der Zeit um den Beginn der heutigen Zeitrechnung erst im Jahre 1812 von dem englisch-schweizerischen Forscher John Lewis Burkhardt wiederentdeckt worden.
 
Der Nachwelt erhalten geblieben sind um die 1000 zum Teil mit herrlichen Fassaden geschmueckte Felsengraeber und Tempel, ein Theater und mehrere Opferplaetze. Das gesamte Gebiet von Petra miSSt mehr als 20 Kilometer im Durchmesser und ist noch lange nicht vollstaendig ausgegraben.

Den einzigen Zugang nach Petra bildet ein fast zwei Kilometer langer Siq, eine natuerliche, durch Erdbeben entstandene, enge Felsspalte, die dem Verlauf eines ausgetrockneten FluSStals folgt. Dieser nur wenige Meter breite und urspruenglich auf ganzer Laenge gepflasterte Siq war als offizelle StraSSe nach Petra in erster Linie Verkehrsweg, hatte aber auch eine religioese Bedeutung, denn er sollte die Besucher auf die Stadt vorbereiten. Steilwaende von oft ueber 100 Meter Hoehe ragen zu beiden Seiten der ehrerbietenden Schlucht auf. Der Weg durch diesen Siq fuehrt in das Herz der Stadt, der Ausgang befindet sich direkt gegenueber des sogenannten Schatzhaus, des wohl schoensten und beruehmtesten Baudenkmals von Petra.

Das legendaere Petra war einst Zentrum und Hauptstadt des riesigen Handelsimperiums der Nabataeer. Der Name Petra stammt aus dem Griechischen und bedeutet Felsen. Die Nabataeer selbst nannten ihre Stadt Requem oder Reqmu – ein Name, der sich auf die Schattierungen des fuer Petra so charakteristischen Sandsteins bezog, der von gelblich ueber roetlich bis hin zu grau-blaeulich schimmert.

Dort wo Petra gebaut wurde, soll um das 13. Jahrhundert vor Christus Sela, die im Alten Testament erwaehnte Hauptstadt der Edomiter, gelegen haben, bis die Nabataeer die Edomiter um das 6. Jahrhundert vor Christus zwangen, das Gebiet zu verlassen.

Die Nabataeer, die urspruenglich ein raeuberisches Nomadenvolk semitischen Ursprungs waren, wurden im Verlauf der Geschichte zu erfolgreichen Haendlern und Karawanenfuehrern. Sie wuSSten die geographische Lage ihrer Stadt an der Karawanenroute zwischen der arabischen Halbinsel und dem syrisch-anatolischen Gebiet sowie AEgypten geschickt auszunutzen und machten ihr Reich zu einer perfekt durchorganisierten wirtschaftlichen EinfluSSzone. Sechs Jahrhunderte lang war Petra ein wichtiges Etappenziel an dieser unumgaenglichen KarawanenstraSSe.

Der Reichtum der Nabataeer beruhte auf der Kontrolle der Karawanen-straSSen. Sie erhoben Wegezoelle, versorgten die vorbeiziehenden Kara-wanen mit Wasser, Nahrung und Unterkunft und betrieben einen regen Handel mit Weihrauch, Myrrhe, Gewuerzen und Seide.

Weihrauch war zur damaligen Zeit ein kostbares Gut, denn es wurde von den alten AEgyptern, den Griechen und Roemern bei Kulthandlungen ver-wendet, um einen angenehmen Duft zu verbreiten. Der Weihrauch kam zum groeSSten Teil aus dem Oman. Seidenstoffe kamen aus Indien, Elfenbein aus Afrika und Perlen vom Roten Meer.

Seine Bluetezeit erlebte das Nabataeerreich im 1. Jahrhundert vor bis zum Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus. Vom immensen Reichtum der Nabataeer zeugen die zahlreichen, heute noch zu sehenden Denkmaeler Petras.

El Khazneh, das sogenannte Schatzhaus, ist das Wahrzeichen Petras. Der Anblick der hohen, nach einer letzten Biegung des Siqs durch den Spalt blitzenden, Fassade ist unvergeSSlich. Die Kunstfertigkeit der vor 2000 Jahren am Bau beteiligten Bildhauer ist unvergleichlich. Das Schatzhaus ist tief aus dem Fels der Steilwand herausgehauen, die dem Ausgang des Siqs gegenueberliegt. Die eindrucksvolle harmonisch gegliederte, zweistoeckige Fassade miSSt 40 Meter (Hoehe) mal 28 Meter (Breite). Der untere Teil besteht aus einer Vorhalle mit sechs Saeulen, wohingegen der obere Teil ein dreieckiges Giebelfeld aufweist, das von einer Urne gekroent ist. Man geht davon aus, daSS das praechtige Denkmal ein Grab, Tempel oder Mausoleum ist. Die heute gebraeuchliche Bezeichnung des Monuments als Schatzhaus bezieht sich auf die Urne, von der es heiSSt, sie solle den Pharaonenschatz aus der Zeit des Exodus enthalten. Das Schatzhaus gilt als bedeutendstes Bauwerk Petras. Die Fassade ist in bemerkenswert gutem Zustand, was darauf zurueckzufuehren ist, daSS sie besonders tief in den Fels hineingearbeitet und wettergeschuetzt ausge-richtet ist. Einen schoenen Farbkontrast bildet das rosarot des Schatzhauses gegenueber der braeunlichen Farbe des Steins vom unbehauenen Teil der Steilwand.

Zu den weiteren Hoehepunkten Petras gehoert ein roemisches Theater mit 33 Stufenreihen fuer mindestens 5000 Zuschauer, das zu Beginn des 1. Jahr-hunderts nach Christus vollstaendig in den Fels gebaut und erst 1961 von amerikanischen Archaeologen wieder ausgegraben wurde.

Die sogenannte Koenigswand direkt gegenueber des Theaters beherbergt eine imposante Reihe herrlicher Koenigsgraeber aus dem 1. und 2. Jahr-hundert nach Christus (u.a. Urnengrab, Seidengrab, Korinthisches Grab, Palastgrab).

Weitere bedeutende Zeugnisse der Nabataeerkultur sind eine hochgelegene 65 Meter lange Opferstaette, eine saeulengesaeumte roemische PflasterstraSSe sowie das Kloster Ed-Deir, das gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus vermutlich als Koenigstempel errichtet wurde.

Das Ed-Deir bietet die mit 2300 qm groeSSte Fassade der Stadt und erinnert in der Gestaltung an das Schatzhaus – jedoch weichen die Proportionen des Ed-Deir bei einer Flaeche von 50 Meter Breite und 40 Meter Hoehe stark ab. Das Monument ist nur mit Muehe zu erreichen, der Aufstieg fuehrt ueber 760 Stufen – Zeit, die man sich allerdings unbedingt nehmen sollte, denn ohne einen Besuch des Ed-Deir hat man Petra nur unvollstaendig gesehen. Und ein Blick von der acht Meter hohen Urne auf dem Dach des Ed Deir ist ein unvergeSSliches Erlebnis.

Bei den immer noch andauernden Ausgrabungsarbeiten konnten die Archaeologen auch immer wieder Zeuge der beachtlichen Faehigkeiten der Nabataeer auf dem Gebiet der Wasserbautechnik werden. Nabataeische Baumeister errichteten vor fast 2000 Jahren einen 88 Meter langen und 6 Meter hohen Felstunnel, um das lebenswichtige, waehrend der Regenzeit (Winter/Fruehjahr) jedoch fuer die Stadt bedrohliche Wasser des Wadi umzuleiten und kontrolliert nutzen zu koennen. Ohne diesen Tunnel waere das Wasser mit solcher Macht durch die Schlucht direkt in die Stadt hineingeflossen, daSS es sie zerstoert haette.
Sogar das Regen- und Kondenswasser wurde gesammelt und nach Petra geleitet. Noch heute ist der Wasserkanal sichtbar, der sich in einer Hoehe von etwa 2 Metern entlang der Waende des Siqs zieht.

Die Nabataeer verloren ihr Reich im Jahre 106 nach Christus durch mangelnde Diplomatie und fortwaehrende Streitigkeiten an die militaerisch maechtigen Roemer. Petra wurde als Hauptstadt der Provinz Arabia Petraea in das Roemische Reich eingegliedert. Dennoch herrschte noch bis ins 3. Jahrhundert Wohlstand in Petra, danach begann jedoch der Niedergang, da die Handelswege sich entlang des Euphrats verschoben hatten. Es wurden fortan keine Muenzen mehr gepraegt, die Bevoelkerung konvertierte zum Christentum und die Stadt wurde Bischofssitz.

Im 6. Jahrhundert zerstoerte schlieSSlich ein Erdbeben die meisten der nicht in den Fels gehauenen Gebaeude. Petra wurde zur Toten Stadt, deren steinerne UEber-reste heute ein bedeutendes Zeugnis einer bemerkenswerten antiken Kultur darstellen. Viele Archaeologen behaupten, daSS erst 1 % der gesamten Baumasse Petras bisher ausgegraben ist. Es werden vor allen noch roemische Villen und Wohnhaeuser unter dem Sand vermutet.

Vor den Toren Petras liegt Ain Musa, die Mosesquelle. Moses soll sie laut Bibel aus dem Stein geschlagen haben. Die Quelle versorgte schon die Nabataeer mit Wasser. Die Moslems errichteten spaeter eine Moschee ueber der Quelle, die noch heute genutzt wird.

Infobox:
Petra liegt 280 km von Amman entfernt und ist ueber die KoenigsstraSSe erreichbar. Aqaba am Roten Meer liegt etwa 130 km entfernt. Petra liegt in einer Hoehe von 950 Metern ueber dem Meeresspiegel. Die Eintrittskarte fuer einen Tag kostet  derzeit 11 JD. An Donnerstagen wird eine Tour durch Petra bei Nacht fuer 6 JD angeboten. Vom Eingang des Gelaendes bis zum Beginn des Siq kann man ein Pferd mieten oder vom Eingang durch den Siq bis zum Schatzhaus mit einer Pferdekutsche fahren (sofern verfuegbar). Innerhalb der Stadt koennen Touristen Petra auf dem Ruecken von mit bunten Decken behaengten Kamelen erleben.
In der Unterstadt bieten Beduinen kleine Flaeschchen an, die mit farbigem Sand gefuellt sind – ein sehr typisches Souvenir aus Petra.

Weitere Informationen ueber das Reiseland Jordanien unter visitjordan.com







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