Zum Frühstück: Pianda und Parmaschinken


13 Mar 2008 [07:44h]     Bookmark and Share


Zum Frühstück: Pianda und Parmaschinken

Zum Frühstück: Pianda und Parmaschinken



Die Emilia Romagna lockt mit einem Mix aus Badeurlaub und Städtetrips

Deutsche zieht’s wieder zum Stiefel. Als ausgesprochene „Renner“ von „Bella Italia“ haben sich in diesem Jahr insbesondere der Gardasee, die Toskana, Venetien und die Emilia Romagna etabliert.

Kaum irgendwo in Italien ist Badeurlaub so angesagt wie an dem rund 110 km langen Adriaabschnitt zwischen Milano Marritima im Norden und Cattolica im Sueden. Das Vorurteil vom „Teutonen-Grill“ aus den 50er Jahren ist laengst passee. “Selbst die Italiener haben in der juengsten Vergangenheit ihre Straende und Badeorte zwischen Riccione und Remini zurueckerobert“, sagt Roy Berardi vom Tourismusbuero IAT Emilia Romagna. Die einen nennen es das „Schlaraffenland am Meer“, andere sind abseits vom „Dolce far niente“ angetan vom urspruenglichen Hinterland mit seinen malerisch gelegenen Doerfern und mittelalterlichen Staedten. An der alten roemischen HeerstraSSe Via Aemilia sind sie wie auf einer Perlenketten aufgereiht: Piacenza, Fidenza, Parma, Reggio, Mondena, Bologna, Imola, Faenza, Forli, Cesena und Rimini. Nahezu alle praesentieren stolz ihre Pracht in Form mittelalterlicher Kirchen, Palaesten und herzoeglichen Anwesen.

In Bologna fuehren 40 Kilometer lange Arkadenwege zu den Glanzstuecken der alten Universitaetsstadt. Die Piazza Maggiore umsaeumen die Palaeste del Podesta und di Banchi, das Archaeologische Museum, die Markthallen und die Basilika des Heiligen Petronio. Das Rathaus, der Palast die Notai und der Neptunsplatz mit seinem gewaltigen Brunnen sind wenige Schritte entfernt. „La Grassa“ – „die Fette wurde die Hauptstadt wegen ihrer ueppigen Auslagen in den alten Feinkostlaeden schon zu Zeiten tituliert, als der junge Student und spaetere Dichterfuerst Dante hier lebte. Angeboten werden Pianda, das traditionelle Fladenbrot der Romagna, Mortadella, Parmaschinken, Tortelini und Variationen von Parmigiano. UEppiges Speisen verlangt erlesene Weine. Die kann man sich in dem Burgdorf Dozza unweit von Imola munden lassen. In dem Keller der Festung aus der Renaissance ist seit 1970 die Enoteca regionale untergebracht. Rund 500 verschiedene Weine warten hier auf Verkostung, darunter Guetesiegel-Gewaechse wie der rote Sangiovese, der weiSSe Trebbiano, der WeiSSwein Pagadebit und der sueSSe Saft aus den roten Cagnina-Trauben.

Dante in Ravenna

Abseits der Via Aemilia liegt das mittelalterliche Ravenna, bekannt durch seine byzantinischen Kirchen und Mosaiken. Zu den wichtigsten Stationen eines Mosaiken-Rundgangs gehoeren der Dom und das Baptisterium des Neon, Das Museo Arcivescovile, das Mausoleum der Galla Placidia, S. Apollinare Nuovo und S. Vitale. Dante, der  in  Bologna studierte und seine letzten Jahre in Ravenna verbrachte, war von der orientalischen Leuchtkraft der Darstellungen tief beeindruckt. In seiner „Goettlichen Komoedie“ schwaermt er:“ Von rechts nach links von oben nach unten, bewegen sich die Lichter maechtig funkelnd.“ Waehrend der Saison werden im Lido Adriano Kurse angeboten, in denen Urlauber die Herstellung eigener Mosaike lernen. Ein kulturelles Highlight setzt die Stadt zudem mit ihren Theaterfestspielen, Klassik- und Jazzkonzerten im August.

Liebesbriefe an Julia

Grafen, Fuersten oder einfach Leute mit Geld hat die Emilia Romagna schon immer angezogen.Davon zeugen Herrenhaeuser, Villen und prunkvolle Palaeste umgeben von mediteranen Parks und Gaerten. So das Domizil der begueterten Familie Cavazza auf der Isola del Garda am Westufer des Gardersees. Der im neugotisch-venezianischem Stil errichtete Prachtbau ist heute ein 120-Betten-Hotel und auch fuer Trauungen geruestet. Frisch Verliebte, die hier logieren, waren ohne Frage sicherlich im nahen Verona, um sich im Innenhof des Hauses Capulet den Liebessegen zu holen. Hier steht die Statue der unsterblichen Julia, die Romeo vergeblich zugetan war, aber jedem, der sie beruehrt, das Glueck auf Erden verspricht. Die Haeuserwaende kuenden von handschriftlichen Liebesschwueren in allen nur erdenklichen Sprachen. Auch Briefe aus der ganzen Welt kommen an und sind schlicht adressiert an „Julia in Verona“. Es sind Gestaendniise, Bitten und Wuensche, verfasst in japanisch, chinesisch und englisch. Im Club di Giuletta, einem kleinen Buero am Rande der Stadt, werden alle Briefe beantwortet. Sechs Studentinnen agieren hier als ehrenamtliche Ratgeber und erledigen mit Eifer und Hingabe die weltumspannende Korrespondenz.. Bei ihren Rundgaengen hat Stadtfuehrerin Christina Zuegg immer wieder einige Exemplare der nieder geschriebenen Zeugnisse Verliebter und Trostsuchender dabei und liest gelegentlich Urlaubern daraus vor.

Angesichts der groSSen Schar von Julia-Verehrern, will man meinen, die Stadt am Etsch profiliere sich nur beilaeufig mit ihrerm Vorzeigebauwerk, der antiken Arena. Dem ist natuerlich nicht so: Im Juli und August genieSSen hier Festspielbesucher aus aller Welt Opern-Arien der Extra-Klasse. Verona nimmt den Ansturm Kulturbesessener Jahr fuer Jahr eher gelassen hin.

Guenter von Saint-George

 

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