Schwimmende Kleinstadt in der Karibik


31 Jan 2007 [17:29h]     Bookmark and Share


Schwimmende Kleinstadt in der Karibik

Schwimmende Kleinstadt in der Karibik



Auf der „Freedom of the Seas” sind Entertainment und Entspannung Programm

In der Kueche herrscht Aufregung. F & B – Manager Michael Ochmann probiert den Shrimps Cocktail Royal. Er verzieht die Mine. Kein gutes Zeichen fuer die mehr als ein Dutzend Koeche, die fuer das abendliche Captains Dinner verantwortlich sind. Exakt 3 634 Gaeste auf der „Freedom of the Seas“ erwarten schlieSSlich ein Zehn-Gaenge-Menue, das den hohen kulinarischen Erwartungen des Flaggschiffs der amerikanischen Reederei entspricht. Ochmann ist Bielefelder, Absolvent einer Luzerner Hotelfachschule und seit knapp drei Jahren auf den Luxus Linern der Royal Caribbean International (RCI) unterwegs. Der Mann, der am ersten Tag einer Kreuzfahrt schon mal je 6000 Fruehstuecke und Lunches auffahren laesst, weil „alle Passagiere Alles ausprobieren wollen“, schaetzt sein jaehrliche Einkaufsbudget auf 18 Millionen Dollar.

Eine Menge Verantwortung fuer das Wohlergehen der Mitfahrer auf dem derzeit groeSSten schwimmende Hotel mit 1 800 Kabinen und 1 360 Mannschaften sprich Personal. Der 15 Decks hohe,  in WeiSS schimmernde Stahl-Koloss dreht jede Woche seine karibische Runde zwischen Miami, Mexiko, Cayman, Jamaika und Haiti. Zwischen den Haefen liegen zwei komplette Seetage.

Whirlpool ueber dem Meer

Genug Zeit, um in Freizeitkleidung, Sportdress oder Abendgarderobe das vielschichtige Entertainment an Bord zu erkunden: Zehn Restaurants, 16 Bars und Salons, Theater und Kasino, Fitness-Studios und Badelandschaft, Eisbahn und Kletterwand. Es gibt einen zentralen Poolbereich mit taeglichen Synchronschwimm-Wettbewerben, die markierte Jogging-Strecke auf Deck 12 oder zwei freitragende Whirlpools, die mehrere Meter ueber die Seitenwaende des Schiffes hinausragen und bei entspannenden Sprudelbad einen spektakulaeren Ausblick auf die 34 Meter tiefer liegende Wasserflaeche bietet.

Langeweile auf der „Freedom“ muss fuer Unternehmungslustige ( 80 Prozent der Gaeste sind Amerikaner) ein Fremdwort sein. Der „Cruise Compass“, eine Art Informationsblatt fuer Ruhelose, vermeldet taeglich rund 120 Vorschlaege fuer Aktivitaeten. Der Zeitplan reicht von sieben Uhr in der Frueh („Balance in Bewegung“) bis zwei Uhr in der Nacht, wenn im „Oliver Twist“ auf Deck 14 die Party fuer Erwachsene beginnt.

Kunstauktionen an Bord

Selbst Kunstkenner koennen in einem bordeigenen Auktionshaus fuendig werden. Das amerikanische Unternehmen „West Gallery at Sea“ bietet auf Deck 5 zweimal die Woche alte und moderne Meister per Hammerschlag an. Zu ersteigern gibt es da schon mal einen Rembrandt, Renoir, Dali oder Picasso. Das Museum zum Mitsteigern laeuft offensichtlich recht ordentlich. Vor allem bei amerikanischen Mitfahrern. Laut seetauglichem Aktionshaus faehrt die Kunst einen Jahresumsatz zwischen 300 000 und 500 000 Dollar ein.

Dem steht das Las Vegas wuerdige Casino auf Deck 4 um nichts nach. An 19 Spieltischen und ueber 300  Slotmaschinen wird um Glueckstreffer gebuhlt als gelte es, die reichlichen Bordausgaben fuer Cocktails, Bier und Schampus wieder reinzuholen.

Es geht auch ohne Trubel

Das kostet Kraft und Kondition. Entspannung ist angesagt.

Darum kuemmern sich auf der Freedom eine Armada weiSSgewandeter Trainerinen und Masseure, Kosmetik-Meister und Akupunkturkuenstler. Sie bringen Gestresste wieder auf Trab, helfen mit Spinning-, Aerobik- und Yogakursen und sorgen sich im ShipShape Spa um das Wohlbefinden von Geist und Koerper. Ruhesuchende, die abseits von Live-Musik und lebendigem Treiben dem Pooldeck entfliehen, finden ausreichend Rueckzugzonen ohne Trubel, beispielsweise im groSSzuegigen Solarium-Bereich, der ausschlieSSlich Erwachsenen vorbehalten ist.

Aber auch fuer junge Kreuzfahrer hat das bordeigene Animationsprogramm einiges zu bieten. Da locken der Wasserpark auf dem Oberdeck mit seinen leuchtendbunten Skulpturen , ein Stroemungsbecken und ein von einem Wasserfall gespeister Pool.

Auf dem Sports Deck koennen sich Teenies bei Minigolf, Tischtennis, Basket- und Volleyball austoben, auf Inline-Skatern Runden drehen oder auf der ueppig illuminierten Eislaufbahn Schlittschuh laufen.

[GADS_NEWS]Wellenreiten auf Deck 13

Ob Shuffleboard auf dem Promenadendeck oder Plantschen im Pool: Eine Schiffsattraktion ist bei jung und alt derzeit der Renner: Es ist der erste Surfpark an Bord eines Schiffes. Surfer mit und ohne Waschbrettbauch versuchen sich auf einem zwoelf Meter langen„Flow-Rider“ Parcour in der Kunst des Wellenreitens. Das klappt solange bis Koerper und Brett schlapp machen.

Wenn die Sonne untergegangen ist, sich nach zwei Essens-Sitzungen die Tueren des zweistoeckigen GroSSrestaurants „Leonardo’s“ schlieSSen, oeffnen Night-Clubs, Jazzbars, Pubs und Show-Theater. Dann pulsiert das Leben auf der Shopping-Esplanade, einer glitzernden Einkaufsmeile im Herzen des Schiffes. Der ueber vier Decks hohe Boulevard ist laenger als ein FuSSballfeld und umsaeumt von Designer-Laeden, Cafes und Restaurants.

Das Shopping-Zentrum ist Abend fuer Abend geselliger Treffpunkt. Fuer Nachtschwaermer heiSSt es jetzt, sich in der Schooner Bar, im Bull & Bear Pup oder in der Connoisseur Cigar Lounche niederzulassen, um bei Pop- oder klassischer Musik, bei rauen Shanties und seichten Pianoklaengen spaete Bordstunden zu genieSSen.

Waehrenddessen gleitet der majestaetische Gigant lautlos durch die karibisch-laue, wolkenlose Nacht. Auf die internationale Kreuzfahrt-Gemeinde warten im naechste Hafen neue, aufregende Landgaenge.

Guenter von Saint-George

Bilder: Guenter von Saint-George







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