Neuer Flughafen wird größer – erster Flieger startet am 3. Juni 2012

28.06.2010 [10:30] Zukunftsfähige Lösung berücksichtigt neue EU-Sicherheitsvorschriften: BBI erhält zwei zusätzliche Anbauten für die Sicherheitskontrollen. Zusatzinvestitionen werden vollständig im bestehenden Finanzierungsrahmen aufgefangen.

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Berlin - Die Sicherheitskontrollen am neuen Hauptstadt-Airport Berlin Brandenburg International BBI werden an die ab April 2013 geltenden neuen EU-Sicher­­heits­­bestimmungen angepasst: Im Fluggast­terminal werden ab sofort 32 Kontrolllinien in veränderter Konfiguration geplant und realisiert sowie die Planungen für zwei Pavillons links und rechts des Terminals gestartet. Die weitere Realisierung der bis dato vorgesehenen 36 Sicherheitskontrolllinien nach bislang geltenden Vorschriften im Terminal wird mit sofortiger Wirkung gestoppt. Damit wird der BBI am 3. Juni 2012 seinen Betrieb aufnehmen. Einer entsprechenden Vorlage der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen hat der Aufsichtsrat des Unternehmens in seiner heutigen Sitzung zugestimmt.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Berliner Flughäfen, sagte zu der heutigen Entscheidung: „Der neue Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen ist ein guter Kompromiss aus vorausschauender Planung und einer weiterhin zügigen Realisierung des Airports. Bei vergleichbaren Projekten sind jahrelange Verzögerungen und Kostenexplosionen die Regel. Davon sind wir weit entfernt. Der Willy-Brandt-Flughafen ist und bleibt eine Erfolgs­geschichte.“

Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg: „Wir haben heute eine Entscheidung der Vernunft gefällt. Es macht keinen Sinn, einen Eröffnungstermin um jeden Preis halten zu wollen. Wir bieten der Wachstumsbranche Luftverkehr mit dem neuen Airport ab Mitte 2012 die klare Perspektive, die sie für ihre weiteren Planungen für die deutsche Hauptstadtregion braucht.“

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Die heutige Entscheidung unterstreicht die Forderung des Bundes: Zur Eröffnung des BBI muss der reibungslose Betrieb gewährleistet sein. Alles muss tadellos funktionieren, wenn die ersten Maschinen planmäßig landen oder abheben. Das ist für die Sicherheit ebenso wie für den Ruf des BBI zwingend notwendig. Mit dem nun vorgelegten Zeitplan eröffnen wir dem Wirtschafts- und Luftverkehrsstandort Berlin-Brandenburg eine klare Perspektive.“

Prof. Dr. Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen: „Ich halte die heutige Entscheidung für planerisch und wirtschaftlich ausgesprochen vernünftig. Wir müssen mit dem neuen Eröffnungstermin keine Verkehre abweisen, und wir bleiben mit der heute beschlossenen baulichen Lösung innerhalb des bestehenden Finanzierungsrahmens für den BBI.“

Manfred Körtgen, Geschäftsführer Betrieb/BBI der Berliner Flughäfen: „Bei einem komplexen Großprojekt wie einem Flughafen gibt es enormen Abstimmungsbedarf. Auch mit der neuen Zeitplanung wird der Bau des BBI kein Selbstläufer. Daher ist klar: Wir werden die BBI-Realisierung weiterhin mit Hochdruck vorantreiben.“

 

Zukunftsfähige Lösung: mehr Platz für die Sicherheitskontrollen

Mit der heutigen Entscheidung reagieren die Berliner Flughäfen auf die am 29. April 2010 in Kraft getretene Verordnung der Europäischen Kommission zur Veränderung der Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Danach werden ab April 2013 wieder Getränke und andere Flüssigkeiten im Handgepäck von Passagieren zugelassen sein. Am 25. Mai 2010 hatte die Bundespolizei bei den Berliner Flughäfen ihre konkretisierte Prognose zu den Konsequenzen der EU-Verordnung vorgestellt. Sie kam zu dem Schluss, dass die Umsetzung der Verordnung zu einem umfangreichen Flächenmehrbedarf und damit zu Platzproblemen beim Sicherheitsbereich des BBI führt. Nach heutigem Erkenntnisstand ist der Einsatz größerer und schwererer Prüfgeräte zur Flüssigkeitsdetektion notwendig, bei denen auch für die dazugehörigen Arbeitsschritte mehr Platz eingeplant werden muss.

Die Berliner Flughäfen schaffen mit der jetzt beschlossenen Umplanung eine zukunftsfähige Lösung für den BBI sowohl was die Handgepäckkontrolle als auch die Personenkontrolle anbetrifft. So können im neu gestalteten Sicherheitsbereich bei Bedarf auch sogenannte Körperscanner integriert werden, über deren Einsatz auf EU-Ebene derzeit diskutiert wird.

 

Anpassung der TGA-Planung

Die heutige Entscheidung des Aufsichtsrats der Berliner Flughäfen berücksichtigt auch die Situation bei der Planung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Hier war es im Zuge der Insolvenz der IGK-IGR Ingenieurgesellschaft Kruck mbH im Februar dieses Jahres zu Planungsverzügen gekommen.

Die Berliner Flughäfen, die für die Planungen verantwortliche Planungsgemeinschaft Flughafen Berlin Brandenburg International (pgbbi) und der BBI-Projektsteuerer WSP CBP Airport GmbH (CBP) stimmen nun in der Einschätzung überein, dass die erforderlichen TGA-Planungsleistungen innerhalb des neuen Zeitplans erbracht werden können. Dies ist das Ergebnis umfangreicher Beratungen, Detailplanungen und Abstimmungen in den zurückliegenden Wochen.

Festhalten am bisherigen Eröffnungstermin zu risikoreich

Nach Einschätzung der Berliner Flughäfen ist ein Festhalten am bislang anvisierten Eröffnungstermin 30. Oktober 2011 sowohl wegen der neuen EU-Sicherheitsvorschriften als auch wegen des Verzugs bei der TGA-Planung zu risikoreich: Die BBI-Sicherheitskontrollen müssen angesichts der neuen Rechtslage in jedem Fall genehmigungspflichtig und damit zeitintensiv umgeplant werden. Bei der TGA wird eine Eröffnung zum ursprünglich geplanten Termin selbst unter Zuhilfenahme aller erdenklichen Beschleunigungs­maßnahmen als zu risikoreich angesehen.

Zusatzinvestitionen werden vollständig im bestehenden Finanzierungsrahmen aufgefangen

Durch die nun beschlossene zukunftsfähige BBI-Planung werden die Berliner Flughäfen 50 Millionen Euro zusätzlich in den Bau des Flughafens investieren. Diese Summe umfasst Planung und Bau der beiden Pavillons für die Sicherheitskontrollen sowie die durch die neuen Sicherheitsvorschriften notwendigen Umbauten im Terminal. 62 Millionen Euro fallen durch die notwendigen Mehraufwendungen für terminsichernde Maßnahmen und die Anpassung des Bauablaufs an. Hinzu kommen 26 Millionen Euro Mindereinnahmen, die sich aus der Verschiebung des Eröffnungstermins für den BBI ergeben. Durch Umschichtungen im Budget und die Verwendung von Reserven bleibt der Finanzierungsrahmen des Projekts jedoch unverändert (2,4 Mrd. Euro Kreditrahmen, 430 Mio. Euro Gesellschaftermittel, 440 Mio. Euro Eigen­finan­zie­rungs­beitrag der Berliner Flughäfen).

Hintergrund: Neue Konfiguration der BBI-Sicherheitskontrolllinien auf Basis der neuen EU-Sicherheitsvorschriften

Die Realisierung der neuen Konfiguration erfolgt bedarfsgerecht in zwei Stufen:

 

  • Ab dem Eröffnungstag des Flughafens stehen 32 Sicherheits­kontroll­linien in veränderter Konfiguration mit einer Kapazität pro Spitzenstunde von 4.500 Passagieren statt der bislang geplanten 36 Sicherheits­kontrolllinien in alter Konfiguration zur Verfügung.
  • Ab April 2013 stehen 36 Sicherheitskontroll­linien in neuer Konfiguration inkl. Flüssigkeitsdetektion mit einer Kapazität pro Spitzenstunde von 5.500 Passagieren zur Verfügung.

Foto: Carstino Delmonte/ Touristikpresse.net



Kontakt:
Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH
Pressestelle
Ralf Kunkel
Tel.: 030/6091-2055
Fax: 030/6091-1643
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