USA: Paul Klee in Houston
03.09.2006 [12:01] Kunstliebhaber können in der Menil Collection die Spätwerke Paul Klees bewundern
Bilder erzählen Geschichten – das ist nur ein Teil der Anziehungskraft des deutsch-schweizerischen Malers und Grafikers Paul Klee (1879-1940), der seinen Betrachtern immer wieder neue Geschichten erzählt und sie mit seinen Bildtiteln animiert, das Gesehene sorgfältiger als gewohnt nach den inneren Zusammenhängen zu befragen. Einem Teil seiner „Lebensgeschichte“ widmet sich die weltberühmte Menil Collection in der Kunstmetropole Houston, Texas. Das Museum präsentiert vom 6. Oktober 2006 bis 28. Januar 2007 mit der Ausstellung „Klee and America“ einige Werke aus der Zeit von 1930 bis 1940 als der Künstler aufgrund der nationalsozialistischen Kampagne „Entartete Kunst“ aus Deutschland in die Schweiz fliehen musste. In dieser Zeit, als sich erste Anzeichen einer fortschreitenden Haut- und Muskelerkrankung bemerkbar machten, begann Klee sich größeren Formaten zuzuwenden und einen neuen Malstil zu entwickeln. Gedämpfte Farben, große linienartige Flächen spiegeln in dieser späten Periode Düsternis und Todesahnung wider. Tiefsinn und Tragik verbergen sich hinter einer spielerisch distanziert gehaltenen Leichtigkeit.
Josef Helfenstein, Direktor der Menil Collection möchte in der Ausstellung Gründe für die begeisterte Aufnahme des deutschen Künstlers in Amerika aufzeigen. Klee fand als eine der Schlüsselfiguren der europäischen Moderne große Anerkennung in Amerika. 1930 erhielt er als erster lebender europäischer Künstler (gefolgt zwei Jahre später von Henri Matisse) eine Einzellausstellung im Museum of Modern Art in New York. Die Synthese gegenständlich-inhaltlicher und abstrakter Tendenzen in seinen Werken machen Klee bis heute zu einem Anziehungspunkt in Europa und Amerika.
Die Menil Collection basiert auf den Sammlungen des Ehepaares John und Domenique de Menil und beinhaltet beinahe 15.000 Werke aus der Altsteinzeit bis in die Gegenwart. Das Paar floh in den 40er Jahren aufgrund des Nationalsozialismus von Frankreich nach Houston und wurde mit dem Verkauf von Bohrausrüstungen reich. Doch die Leidenschaft der Beiden galt der Kunst und so wuchs die Werksammlung über die Jahrzehnte. John de Menil starb 1973 – seine Witwe ließ durch den Architekten Renzo Piano die Menil Collection errichten und verwirklichte so den gemeinsamen Traum eines Museums. Der lang gestreckte Bau mit der grau gestrichenen Zedernholzfassade wurde 1987 eröffnet. Durch die großen Fenster fällt weiches, indirektes Tageslicht, das Dominique de Menil als „Living-Light“ bezeichnet, auf die ausgewählten Stücke der Sammlung und lässt diese durch den Wetter- und Jahreszeitenwechsel in ihrem Aussehen variieren.
Das Museum ist in vier Bereiche aufgeteilt: Antike, Mittelalter, indianische Kunst und die Kunst des 20. Jahrhunderts (mit dem Schwerpunkt Surrealismus), die zu den großen Schätzen der Sammlung gehört. Ein Raum widmet sich nur den Werken Andy Warhols. Die Menil Collection ist immer Mittwochs bis Sonntags von 11 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen erhalten Sie unter +1 (713) 525-9400 oder menil.org
Die texanische Metropole Houston bietet neben der Menil Collection weitere interessante Museen. Der Museum District, der sich gleich neben dem Hermann Park befindet, gibt seinen Besuchern einen Einblick in Houstons eindrucksvolle kulturelle Szene. Mehr als 500 kulturelle Vereinigungen wie zum Beispiel das Museum of Fine Arts, das Houston Museum of Natural Science, das Children’s Museum of Houston und das Contemporary Arts Museum machen die Stadt zu einem Mekka für Kunstliebhaber. Weitere interessante Museen sind das Holocaust Museum Houston und das Museum of Health & Medical Science. Für die darstellenden Künste ist Houston eine der wenigen Städte, die mit der Houston Grand Opera, der Houston Symphony, dem Houston Ballet und dem Alley Theater eigene Ensembles unterhält.
Mit Air France, British Airways, Continental, Delta, KLM, Lufthansa und United Airlines erreichen Reisende täglich bequem die Stadt. Weiterführende Informationen über Houston erhalten Sie beim Greater Houston Convention & Visitors Bureau, c/o Kaus Media Services, Luisenstrasse 4, D-30159 Hannover, Tel. +49 (0)511 - 517 96 10, Fax +49 (0) 511 - 517 96 15. Houston im Internet: visithoustontexas.com
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