Lufthansa und Airberlin in Übernahmegesprächen – Airberlin-Chef feiert Party mit Thomas Cook


20 Jul 2016 [18:07h]     Bookmark and Share


Lufthansa und Airberlin in Übernahmegesprächen – Airberlin-Chef feiert Party mit Thomas Cook

Lufthansa und Airberlin in Übernahmegesprächen – Airberlin-Chef feiert Party mit Thomas Cook



Die Lufthansa und Manager der Etihad Airways, dem Mutterunternehmen der Fluglinie Airberlin verhandeln seit etwa zwei Monaten intensiv über eine Übernahme von erheblichen Anteilen der Airberlin. Währenddessen feiert Airberlin-Chef Stefan Pichler das 175jährige Bestehen von Thomas Cook in London.

Berlin/ London – Offiziell erfährt man nichts von den beiden börsennotierten Unternehmen Lufthansa und Airberlin. Dennoch war aus dem Umfeld der Lufthansa zu vernehmen, dass es bereits seit längerem Gespräche zwischen den beiden Unternehmen bezüglich der Übernahme von Flugrouten der Airberlin durch LH-Tochter Eurowings gebe.

Verhandelt wird über alle Routen, die nicht die Drehkreutze Düsseldorf und Berlin betreffen sowie über die Übernahme von Personal und Flugzeugen. Lufthansa benötigt für den schnellen Ausbau des Eurowings-Angebots weitere Strecken und Verkehrsrechte. Ein zu langsames Wachstum könnte den Billigflieger weiter hinter Ryanair, Easyjet und anderen Billigheimern hinken lassen. Und Airberlin braucht dringend Geld – schon immer aber jetzt besonders. Denn eine Wende bei den Verlusten von zuletzt 307.000.000 Euro in 2015 ist offenbar nicht absehbar. Gerade erst war bekannt geworden, dass die Airline nicht mehr über eigene Maschinen verfügt sondern ihre Jets lediglich least, also mietet.

Auch dem Hauptaktionär Etihad Airlines, der bisher immer wieder Geld nachgeschossen hat sind aus rechtlichen Gründen die Hände für eine weitere unbegrenzte Subventionierung gebunden. Mit einem Teilverkauf könnte Airberlin-Chef Stefan Pichler Bares erhalten, um damit für den Rest seiner Airline zumindest über den nächsten Winter zu kommen. Am Mittwoch hatte das „Handelsblatt“ zuerst über die Geheimverhandlungen der beiden deutschen Airlines berichtet. Bestätigen dürfen die Unternehmen solche Gespräche nicht, da sie als börsennotierte Firmen bei derartigen Gesprächen eine Ad-hoc-Mitteilungspflicht hätten.

Derweil feiert Stefan Pichler, der früher einmal Vorstandschef beim Thomas Cook-Konzern (Neckermann-Reisen, Condor und andere Veranstaltermarken) war, in London das 175jährige Bestehen der Thomas-Cook-Group. Zusammen mit über 300 anderen geladenen Gästen fand in der Event-Location One Marylebone, einer ehemaligen Kirche aus dem 19. Jahrhundert aus diesem Anlass eine Riesenparty statt. Bei den aktuellen Temperaturen ist der nächste Winter – zumindest gefühlt – noch weit weg.

 







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